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Enerige & Management > KWK - VDI-Report über Mikro-KWK-Anlagen
Bild: Fotolia.com, XtravaganT
KWK:
VDI-Report über Mikro-KWK-Anlagen
Die VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt hat einen neuen Statusreport „Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen“ veröffentlicht. Darin gibt sie Hinweise für KWK-Anwendungsbereiche.
 
Mikro-KWK-Anlagen können in Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern sowie in Gewerbebetrieben einen großen Teil der elektrischen und thermischen Grundlast erzeugen. Allerdings sind nach Angaben des VDI von den rund 700.000 Heizsystemen, die jährlich in Deutschland installiert werden, nur etwa 0,3 % Mikro-KWK-Anlagen. Unter angemessenen Rahmenbedingungen sei aber bis 2030 ein Anteil von über 5 % möglich.

Der Statusreport des VDI listet jetzt für Wohnungswirtschaft, Kommunen und Energieversorger, aber auch für interessierte Laien die Technik, Einsatzgebiete und gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz der Mikro-KWK auf. Er gibt auch konkrete Hinweise für die Planung, Dimensionierung und Betriebsweise der Systeme und geht ausführlich auf die Abrechnung von Wärme- und Stromerzeugungskosten aus einer KWK-Anlage ein.

Erläutert werden in dem Report zunächst die unterschiedlichen Techniken für KWK-Anlagen und die Leistungsbereiche, in denen sie meist eingesetzt werden. Die Autoren erläutern den Ottomotor, den Stirlingmotor, ORC- und Gasturbinen sowie die Brennstoffzelle. Insbesondere diese Technik wird sich in den nächsten Jahren stärker in den Haushalten etablieren, betonen die Autoren. Bund, Länder und Versorger haben zahlreiche Förderprogramme aufgelegt, um die Verbreitung dieser klimaschonenden Technologie zu forcieren.

Aufgeführt sind im folgenden Kapitel auch die energetischen Nutzungsgrade der verschiedenen Heiztechniken, deren Primärenergieeinsparungen und die CO2-Emissionen.

Die Infrastruktur für einen stärkeren Einsatz ist gut

Der Statusreport listet dann die möglichen Potenziale und Anwendungsbereiche für den Einsatz der Mikro-KWK-Technik auf. Die Infrastruktur für einen potenziell stärkeren Einsatz sei gut, denn knapp 50 % des bundesdeutschen Baubestands seien mit Erdgas versorgt. Damit lasse sich die Mikro-KWK-Technik insbesondere bei der Sanierung einsetzen. Den Planern kommt dabei zugute, dass nicht nur die Versorgung mit Brennstoff, sondern auch die Heiztechnik und die Trinkwassererwärmung in der Regel beibehalten werden können.

Breiten Raum nehmen in dem Report die Planung und die möglichen Betriebsweisen von KWK-Anlagen ein. Normalerweise wird eine solche Anlage wärmegeführt betrieben. Immer wichtiger wird es aber, den Anteil der Eigenstromnutzung im Gebäude zu erhöhen, denn damit steigt die Wirtschaftlichkeit der Anlage deutlich.
 
Brennstoffzellen, hier ein Aggregat von Solidpower, werden sich in den nächsten Jahren stärker im Markt durchsetzen, glaubt der VDI
Bild: Solidpower

Der Report zeigt dazu, welche Möglichkeiten es gibt, mehr Strom im eigenen Gebäude zu nutzen. Dazu ist in der Regel ein Wärmespeicher nötig, damit die Anlage zeitlich flexibel betrieben werden kann. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Messung des Strombezugs und der selbst produzierten elektrischen Energie. Hier stellt der Report mehrere Messmethoden vor und berechnet auch beispielhaft die Erlöse aus dem Stromverkauf.

Contracting hilft bei der Realisierung

Insbesondere dieser Punkt kann sehr schnell komplex werden, denn dabei sind nicht nur der Eigenverbrauch und mögliche Verkaufserlöse zu beachten, sondern auch KWK-Zuschläge, die der Betreiber in Anspruch nehmen kann. Der Report listet eine ganze Reihe von Vermarktungsvarianten und Förderprogrammen auf.
Er verweist auch darauf, dass sich in naher Zukunft KWK-Anlagen für zusätzliche Geschäftsmodelle wie die Bereitstellung von Regelenergie oder das Netzlastmanagement einsetzen lassen. Das wird durch die gezielte Ansteuerung von KWK-Anlagen durch die Energieversorger und ihre mögliche Einbindung in virtuelle Kraftwerke möglich.

Vermieter, die eine KWK-Anlage nutzen und zugleich den eigenen Aufwand für den Betrieb und die Abrechnung in Grenzen halten wollen, können dazu einen Contractor einschalten, heißt es in dem VDI-Statusreport. Contracting ist auch ein Instrument zur Auflösung des aktuellen Investitionsstaus bei der Heizungssanierung. Nach wie vor gibt es hier jedoch eine Ungleichbehandlung von Eigenbetrieb einer Anlage und Betrieb durch einen Contractor. Der Contractor muss die EEG-Umlage entrichten, der Eigenbetreiber nicht.

Um den Anteil an modernen Heizungen und Contractinglösungen zu erhöhen, müsse der Gesetzgeber deswegen die bestehenden Hindernisse in Gesetzen und Verordnungen beseitigen, betont der VDI. Denn diese Technik könnte dann schnell und spürbar für die Reduzierung des CO2-Ausstoßes sorgen. 

 
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Montag, 27.04.2020, 08:39 Uhr