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Enerige & Management > Wasserstoff - Verbände: Tempo machen beim Wasserstoff
Bild: iStock/Frank Harms
WASSERSTOFF:
Verbände: Tempo machen beim Wasserstoff
Auf deutliche Zustimmung stößt die von der Bundesregierung verabschiedete Wasserstoffstrategie bei Energiewirtschaft und energieintensiver Industrie, Kritik kommt von Umweltverbänden.
 
Die Nationale Wasserstoffstrategie formuliere wichtige Grundlagen für die Dekarbonisierung von Industrie, Verkehr und Wärmesektor mit gasförmigen Energieträgern, erklärte Kerstin Andreae, zu dem am 10. Juni vorgelegten Strategiepapier der Bundesregierung. „Darauf müssen wir aufbauen und in der Umsetzung Tempo machen“, so die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Mit der Strategie zeige die Bundesregierung, dass leitungsgebundene, gasförmige Energieträger ein zentraler Baustein der Energiewende und für das Erreichen der Klimaschutzziele sind, so der Branchenverband.

Auch der Stadtwerkeverband VKU begrüßt die Strategie als richtigen Schritt. Die Energiewirtschaft habe das Potenzial von Wasserstoff für den Klimaschutz und für den Technologiestandort Deutschland schon seit längerem erkannt, erklärte VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing. „Viele Stadtwerke haben bereits eigene Wasserstoffprojekte entwickelt oder haben sie in der Planung.“

Daher sei bedauerlich, dass die Wasserstoffstrategie kaum auf die dezentrale Wasserstofferzeugung eingeht. Anstatt hauptsächlich auf Importe zu setzen, sollte die Bundesregierung ambitioniertere Ausbauziele für die nationale Elektrolyseleistung anvisieren und dabei nicht allein auf die Erzeugung im industriellen Maßstab fokussieren, fordert Liebing.

Denselben Tenor schlägt der Bundesverband Windenergie an. Die Verabschiedung der Strategie sei ein guter Schritt für die Enegiewende, anstatt jedoch „im großen Stil über Wasserstoffimporte nachzudenken, sollte jetzt zuerst das sichtbar vorhandene Potenzial auf dem heimischen Markt erschlossen und der Markthochlauf für Elektrolyse-Technologien gestartet werden“, mahnte BWE-Präsidentin Simone Peter. Eine Wasserstoffstrategie müsse mit einem deutlich höheren Ausbau erneuerbarer Energien kombiniert werden.

Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) bewertet positiv, dass die Strategie auf grünen Wasserstoff abhebt, vermisst jedoch ein Konzept zur Entwicklung eines Marktes für grünen Wasserstoff.

Energiewirtschaft fordert, Märkte für Wasserstoff zu schaffen

„In der Strategie finden sich nur wenige Maßnahmen, um nachhaltig Märkte für Wasserstoff zu schaffen“, meint auch Gerald Linkie, Vorstandsvorsitzender des DVGW. Die geplanten Förderinstrumente und Umlagebefreiungen für die Erzeugung von grünem Wasserstoff seien nur ein erster richtiger und notwendiger Schritt. „Blauer und türkiser Wasserstoff dürfen bei der Marktentwicklung nicht unter den Tisch fallen, um auf die industriell benötigten Mengen zu kommen.“

Letzteres greift auch Timm Kehler, Vorstandsvorsitzender des Lobbyverbandes Zukunft Erdgas, auf. „An einer entscheidenden Stelle – der Erzeugung von Wasserstoff – greift der Plan jedoch zu kurz.“ Die Politik fokussiere stark auf grünen Wasserstoff. Neben der Elektrolyse könnten jedoch auch Technologien genutzt werden, die aus Erdgas CO2-neutral Wasserstoff herstellen. Nur so ließen sich „die großen Mengen Wasserstoff, die wir zukünftig benötigen werden, zum besten Preis erzeugen.“

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI), die eine der potenziellen Hauptnutzer grünen Wasserstoffs ist, sieht die Strategie als entscheidenden Schritt für ein Gelingen der Energiewende. „Wasserstoff ist die universelle Lösung für den Klimaschutz. Sein Einsatz zur Treibhausgasminderung ist in energieintensiven Branchen wie der Chemie alternativlos“, erklärte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup.

Umweltverbände zeigten sich weniger zufrieden. Die Wasserstoffstrategie führe in eine Sackgasse, sie erzeuge hohe Importabhängigkeit und bringe zu wenig Energieeffizienz, so der BUND. Erneuerbare Kraftstoffe auf Basis von Wasserstoff seien keine geeignete Alternative für die Verkehrswende. „Eine Wasserstoffstrategie, die nicht auf weniger Energieverbrauch und -verschwendung setzt, droht kläglich zu scheitern“, erklärte Werner Neumann, Sprecher des Bundesarbeitskreises Energie beim BUND.

 
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