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Enerige & Management > Smart Meter - Verbraucher gegen Versorger bei Smart Meter
Bild: Fotolia.com, unique3d
SMART METER:
Verbraucher gegen Versorger bei Smart Meter
Smart Meter, die intelligenten Zähler für Gas und Strom, sind auf dem Vormarsch. Allerdings gibt es gerade in Großbritannien noch viele offene Fragen.
 
In Italien und Schweden sind Smart Meter heute schon die Norm. In Spanien arbeiten die großen Strom- und Gasversorger Endesa, Iberdrola und Gas Natural Fenosa daran, bis zum Jahr 2018 schon 70 % aller spanischen Haushalte und Gewerbebetriebe mit Smart Metern auszustatten. Frankreich und Großbritannien sind dabei, im Rennen um die Ausrüstung mit den intelligenten Zählern kräftig aufzuholen. Der Vorteil der genannten Länder liegt in diesem Fall darin, dass sie nur wenige große Anbieter von Gas und Strom haben und sich deshalb die nötige Normierung der Smart Meter relativ leicht verwirklichen lässt.
 
In Großbritannien gibt es die genaue Spezifizierung der technische Ausrüstung für intelligente Zähler (Smart Metering Equipment Technical Specifications – SMETS) seit Dezember 2012. Die jüngste Aktualisierung erfolgte am 31. März 2014 mit der Version SMETSI. Danach kann im Prinzip jeder, der elektronische Geräte herstellt - zum Beispiel von Elster über GE, Itron, Landis & Gyr bis hin zu Sensus - auch Smart Meter bauen. Um sie in Großbritannien verkaufen zu können, müssen die Zähler auch das nach SMETSI vorgeschriebene Kommunikationssystem haben. Dafür wiederum sind für Großbritannien vier Anbieter zugelassen: Arquiva, Capita, CGI IT und Telefonica. Spitzenreiter auf der Insel bei der Umsetzung des Smart-Meter-Programms ist bislang die zu Centrica zählende British Gas. Dieser Teilkonzern des größten britischen Energieversorgers hat bereits 1,3 Mio. Kunden mit Smart Metern ausgestattet und trägt weiterhin viel dazu bei, die ehrgeizigen Ziele zu erreichen: Bis 2020 sollen landesweit rund 53 Mio. Smart Meter installiert und damit rund 30 Mio. Haushalte und Gewerbebetriebe ausgerüstet sein. Die Kosten dafür veranschlagt die britische Regierung auf 10,9 Mrd. Pfund, umgerechnet rund 12,8 Mrd. Euro.

Streit um Nutzen und Kosten
 
Doch an den Kosten und der Frage, wer den Löwenanteil davon zu tragen und wer den meisten Nutzen hat, scheiden sich die Geister. RWE npower hatte sich im Juni vergangenes Jahres bereits mit der Prognose unbeliebt gemacht, jeder Zähler würde im Durchschnitt die Energierechnung für Haushalte 2020 mit 24 Pfund, umgerechnet gut 30 Euro belasten. Ofgem, der Regulator für den britischen Gas-und Strommarkt, geht dagegen weiter von 14 Pfund aus, umgerechnet 17,70 Euro - und das sogar mit eher sinkender Tendenz. Denn der Preis für technische Geräte und elektronische Anwendungen sinkt mit wachsendem Absatz. Die Gesamtkosten für die Umstellung auf Smart Meter in Großbritannien könnten damit sogar noch weiter fallen. Die heutigen Schätzungen liegen schon niedriger als die ersten Prognosen vor zwei Jahren.
 
Das ändert nichts daran, dass der Streit darüber beginnt, wem die Smart Meter am meisten nutzen, den Verbrauchern oder den Versorgern. Letztere brauchen keine Beschäftigten mehr, die den Strom-und Gasverbrauch ablesen. Außerdem haben sie zu jeder Zeit einen ganz genauen Überblick darüber, wer wie viel Strom verbraucht, wissen damit auch, wer zu wenig zahlt. Die Verbraucher andererseits können Energie sparen, in dem sie Geräte zu Zeiten mit günstigeren Strompreisen einschalten. Manche der Smart Meter erlauben durch ein paar Zusatzfunktionen auch, die Heizung oder das warme Wasser per Mobiltelefon anzuschalten. Das etwa gilt für viele der von British Gas installierten Smart Meter. Verbrauchern beim Energiesparen zu helfen, bezeichnet British Gas-Sprecherin Louise Vasall denn auch als einen der größten Vorteile von Smart Metern. Richard Lloyd, Vorsitzender des Verbraucherverbands Which?, fordert trotzdem, dass Ofgem und die Regierung ein scharfes Auge auf die Kosten richten, die Energieversorger an die Verbraucher weiterreichen. Sehr umstritten ist zum Beispiel der Plan, eine Pauschale von schätzungsweise 14 Pfund ab 2015 von allen Haushalten für die Installierung von Smart Metern zu erheben - gleich, ob die jeweils betroffenen die Zähler wollen oder nicht. Doch solche Pläne könnten im Wahljahr 2015 schnell wieder in der Schublade verschwinden, um keine Wähler zu verprellen. Zudem sind die Experten sich beileibe nicht einig, wie viel Nutzen die Einführung der Smart Meter wirklich bringt. Das britische Energieministerium Department of Energy and Climate Change (DECC) rechnet nur mit einer Energie-Ersparnis von im Durchschnitt 2,8 % bei Strom und 2 % bei Gas. Das würde einen volkswirtschaftlichen Nutzen von 6,2 Mrd. Pfund bis 2030 entsprechen, umgerechnet knapp 8 Mrd. Euro. Doch gibt es auch weit höhere Schätzungen: Laut Philip Lewis, dem Vorstandschef des Energieberatungsunternehmens VaasaETT, zeigt eine europaweite Studie, dass Smart Meter Energie-Einsparungen zwischen 7 und 9 % bringen. Das britische DECC bleibt aber bei seiner vorsichtigen Prognose.

 
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Mittwoch, 25.06.2014, 15:12 Uhr