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Enerige & Management > Meinung - Verschwindet Wingas?
Bild: Fotolia.com, Do Ra
MEINUNG:
Verschwindet Wingas?
In der Gasbranche wird mit Spannung erwartet, wie der Gazprom-Konzern seine Tochter Wingas in seine europäischen Aktivitäten integriert.
 
Bei Gazprom herrsche die Devise, nur wo Gazprom draufsteht, ist auch Gazprom drin – das war schon vor gut einem Jahr auf der E-world 2016 aus Unternehmenskreisen zu hören. Gemünzt war die Bemerkung auf die Wingas, die einige Monate vorher nach langem Hin und Her vollständig von Gazprom übernommen worden war. Seitdem wird spekuliert, wie der selbstbewusste Erdgasgroßhändler mit Sitz in Kassel, der zahlreiche Stadtwerke beliefert, in den russischen Konzern integriert wird.

Der Energieriese aus Moskau unterhält nämlich mit Gazprom Germania in Berlin, mit der Beteiligung am Ferngasnetzbetreiber Gascade in Kassel und dem Handelshaus Gazprom Marketing & Trading (GM&T) in London weitere Töchter auf dem europäischen Markt. Da liegt es nahe, bei verfallenden Margen und scharfem Wettbewerb nach Synergien zu suchen.

Mittlerweile ist auch offen davon die Rede, dass bei Gazprom Germania Stellen abgebaut werden. Ferner sollen Wingas und GM&T enger zusammenarbeiten. Das ist auch aus den Veränderungen an der Wingas-Spitze seit Ende 2016 deutlich abzulesen. Die neuen Geschäftsführer in Kassel knüpfen eine klare Verbindung nach London.

Der seit Oktober als Sprecher der Wingas-Geschäftsführung amtierende Dmitry Kotulskiy gehört dem Verwaltungsrat von Gazprom Marketing & Trading an. Der Anfang Februar in die Wingas-Geschäftsführung berufene Vitaly Vasiliev ist auch CEO von GM&T. Er soll sich darum kümmern, die Integration von Wingas in die europäischen Versorgungs-, Handels- und Marketing-Aktivitäten der Gazprom-Gruppe voranzubringen.

Entscheidung über eine wichtige Marke

Doch das ist nicht ganz trivial. Eine wichtige Frage dabei bleibt, ob der Name Wingas erhalten werden kann und soll. Wingas ist eine wichtige Marke − das wird nicht nur in Kassel immer wieder betont. Selbst Gazprom-Konzernvorstand Alexander Medwedew hatte im vergangenen Jahr darauf hingewiesen. Ein solches Pfund aus der Hand zu geben, sollte in Zeiten eines enger werdenden Marktes gut überlegt sein. Aus Unternehmenskreisen in Kassel heißt es denn auch, man sei gar nicht so pessimistisch, dass der Name erhalten bleibe.

Auch die Standortfrage muss geklärt werden. Will Gazprom alle Standorte beibehalten? Wingas hatte Ende 2015 nach der Loslösung vom Wintershall-Konzern eine neue Unternehmenszentrale bezogen und ein Bekenntnis zum Sitz in Kassel abgelegt. Die dort tätigen 400 Mitarbeiter lassen sich nicht so leicht an einen anderen Ort verpflanzen.

Interessant zu beobachten wird auch sein, wie der Gazprom-Konzern im Hinblick auf den GM&T-Standort in London mit dem Brexit, also dem Austritt Großbritanniens aus der EU, umgeht. Klarer ist indes schon, dass der Konzern wohl nicht auf eine Repräsentanz in Berlin verzichten will. Doch damit nicht genug der Mutmaßungen: Neuerdings wird auch noch Düsseldorf als möglicher Sitz einer Holding für die europäischen Gazprom-Aktivitäten ins Gespräch gebracht.

Wann die Entscheidung über die künftige Struktur der europäischen Gazprom-Unternehmen und damit auch über die Zukunft der Wingas fallen wird, ist noch unklar. Es könnte noch im ersten Halbjahr der Fall sein, heißt es aus gut informierten Kreisen. Der deutsche Gasmarkt steht auf jeden Fall vor einem weiteren Internationalisierungsschritt.
 

 
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Donnerstag, 02.03.2017, 10:10 Uhr