• Regionaler Grünstrom trifft auf großes Verbraucherinteresse
  • EnBW plant "größten Ladepark Europas"
  • Grüner Wasserstoff braucht viel günstigen Ökostrom
  • EWE und Uniper planen Wasserstoff-Hub
  • Sachsen Energie kauft sächsischen Windpionier
  • Re-Start für die Energiewende nach dem 26. September
  • Siemens und Messer mit Wasserstoff-Kooperation
  • Energiewende-Management von Bundesrechnungshof kritisiert
  • Stromliefervertrag inklusive Repowering
  • Spie verstärkt sich im Bereich Breitbandausbau
Enerige & Management > Windkraft Offshore - Vestas bringt 15-MW-Windturbine auf den Markt
Bild: Shutterstock, Thampapon
WINDKRAFT OFFSHORE:
Vestas bringt 15-MW-Windturbine auf den Markt
Nach dem GE-Konzern und Siemens Gamesa wird es demnächst auch vom dänischen Windturbinenhersteller Vestas eine weitaus leistungsstärkere Offshore-Windenergieanlage geben.
 
Auf diese Ankündigung hat die Windbranche schon länger gewartet: Der Vestas-Konzern will eine Offshore-Windturbine mit 15 MW Generatorleistung und einem Rotordurchmesser von 236 Metern auf den Markt bringen. Mit einer überstrichenen Rotorkreisfläche von 43.000 Quadratmetern stelle die V236-15.0 MW einen neuen Weltrekord auf, so das Unternehmen.

Eindrucksvoll ist auch der errechnete Windenergieertrag, nämlich 80 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Nach Angaben der Vestas-Zentrale aus dem jütländischen Aarhus soll der Prototyp bereits im nächsten Jahr errichtet werden, die Serienproduktion ist für das Jahr 2024 vorgesehen.

Mit der Ankündigung der neuen 15-MW-Plattform machen sich die Dänen selbst das größte Geschenk zum Re-Start als eigenständiger Hersteller von Offshore-Windturbinen. Jüngst hatte Vestas den 50-prozentigen Anteil von Mitsubishi Heavy Industries am gemeinsamen Joint Venture MHI Vestas übernommen.

Die Asiaten hatten 2014 zusammen mit Vestas das Gemeinschaftsunternehmen MHI Vestas A/S aus der Taufe gehoben, in einer Phase, als der dänische Windturbinenhersteller selbst finanziell angeschlagen war. Erste, wenig erfolgreiche Projekte auf See hatten nicht nur am Image gekratzt, sondern auch die Bilanz negativ belastet. Nach Siemens Gamesa hat sich MHI Vestas aber mittlerweile zum zweitwichtigsten Anbieter auf dem Markt für Offshore-Windturbinen entwickelt. MHI Vestas hatte bislang eine Offshore-Windturbine mit 9,5 MW Leistung und einem Rotordurchmesser von 174 Metern im Portfolio. Dass deren Entwicklungsingenieure seit längerem an einer weitaus leistungsstärkeren Anlage arbeiteten, war ein offenes Branchengeheimnis.

Technologisch mit den Hauptkonkurrenten gleichgezogen

Für das heutige Vestas-Management ist die neue V236-15 MW-Anlage ein Baustein, um die Nummer eins unter den wenigen Lieferanten von Offshore-Windturbinen zu werden, heißt es auf der eigenen Internetseite. Auf jeden Fall hat die „neue“ Vestas technologisch mit den Hauptkonkurrenten Siemens Gamesa und dem GE-Konzern gleichgezogen.

Beide Unternehmen haben aber schon seit geraumer Zeit ihre neuen „Flaggschiffe“ in der Größenordnung zwischen 13 und 15 MW Leistung „gelauncht“, wie es so schön heißt. GE hat auch bereits die ersten beiden Prototypen – an Land – in Betrieb. Sowohl Siemens Gamesa und GE konnten zudem bereits mehrere Aufträge mit einem Gesamtvolumen von jeweils 5.000 MW und mehr für ihre neuen Mega-Windturbinen abschießen - was Vestas zunehmend unter Druck setzte. Deshalb ist die Ankündigung der neuen V236-15.0 MW überfällig gewesen.

Apropos Konkurrenz: Derzeit ist nicht absehbar, mit welchen Neuerungen die Windturbinenhersteller aus China für die Windenergienutzung auf See auf den Markt kommen. Absehbar ist bereits heute, dass der Wettbewerb bei den XXL-Windturbinen auf See an Intensität zunimmt.
 

Ralf Köpke
© 2021 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 11.02.2021, 11:08 Uhr

Mehr zum Thema