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Enerige & Management > Bilanz - VNG mit deutlichem Ergebnissprung
Bild: Fotolia.com, Rynio Productions
BILANZ:
VNG mit deutlichem Ergebnissprung
Das Leipziger Gasunternehmen VNG hat im vergangenen Jahr gut am Erdgas verdient.
 
Die VNG AG richtet sich darauf aus, zum Gestalter einer grünen, digitalen und gasbasierten Zukunft zu werden. „Wir befinden uns mitten im Prozess und setzen unsere Konzernstrategie konsequent um“, sagte der Vorstandschef des Gasunternehmens, Ulf Heitmüller, bei der Bilanzpressekonferenz in Leipzig.

Nach dem Verkauf des Öl- und Gasfördergeschäfts in Norwegen letztes Jahr werde sich VNG im Erdgasgeschäft künftig auf die drei Bereiche Handel & Vertrieb, Transport und Speicherung konzentrieren. Als neue Geschäftsfelder sehe die Unternehmensstrategie „VNG 2030+“ unter anderem Biogas, digitale Infrastruktur und Quartierlösungen für Kommunen vor. Der „Appetit am Aufbau neuer Geschäftsfelder“ sei damit aber noch nicht gestillt. Ziel sei, zunehmend grüne Gase in das Versorgungssystem zu integrieren.

„Ich bin insgesamt sehr zufrieden mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2018. Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen und energiepolitischen Umfelds haben wir unsere positive Geschäfts- und Ergebnisentwicklung fortsetzen können“, so das Fazit von Heitmüller.

Die Umsatzerlöse des VNG-Konzerns lagen mit 11,2 Mrd. Euro klar über dem Vorjahresniveau (2017: 8,2 Mrd. Euro). Das adjusted Ebit, das um außerordentliche und einmalige Effekte bereinigte Ergebnis, erreichte 159 Mio. Euro (2017: 129 Mio. Euro). Der Jahresüberschuss verdoppelte sich gegenüber 2017 (71 Mio. Euro) auf 142 Mio. Euro nach Zinsen und Steuern.

Netztochter Ontras leiste deutlichen Beitrag zum Konzernergebnis

Im Geschäftsbereich Transport steuerte die Netztochter Ontras Gastransport GmbH erneut einen deutlich positiven Beitrag zum operativen Konzernergebnis bei. Als unabhängiger Fernleitungsnetzbetreiber investiere Ontras weiter in Auf- und Umbau ihrer 7 000 Kilometer Hochdruckleitungen mit mehr als 450 Netzkopplungspunkten, erläuterte Technikvorstand Hans-Joachim Polk.

Die Beteiligung am Bau der Eugal-Pipeline, die Gas aus der gerade entstehenden Pipeline Nord Stream 2 weitertransportieren wird, sei „eine richtungsweisende Investition“ für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Die Bauarbeiten an der Eugal hatten 2018 begonnen.

Im Gasspeichergeschäft stehe angesichts der „anhaltend angespannten Marktlage“ der wirtschaftlich effiziente Anlagenbetrieb im Vordergrund, so Polk weiter. Die VNG Gasspeicher GmbH, drittgrößter Gasspeicherbetreiber in Deutschland, sei mittlerweile „Kostenführer im Speichermarkt“. Die Kapazitäten von insgesamt rund 2,2 Mrd. m3 seien im Geschäftsjahr 2018 vollständig vermarktet gewesen.

Der Kerngeschäftsbereich Handel & Vertrieb habe trotz eines intensiven Wettbewerbs mit niedrigen Margen maßgeblich zum positiven Konzernergebnis der VNG beigetragen, ergänzte Vorstandschef Heitmüller. Insgesamt seien im letzten Jahr mit rund 500 Mrd. kWh Erdgas deutlich mehr abgesetzt worden als im Vorjahr (2017: 415 Mrd. kWh). „Im Großkundenvertrieb konnten wir neue Industriekunden gewinnen und zusätzliche Vertriebskanäle erschließen.“

Der Absatz im Endkundensegment sei trotz deutlich milderer Temperaturen stabil geblieben, so Heitmüller. Allerdings habe die Tochter Goldgas mit 98 000 Gas- und 95 000 Stromkunden weniger Abnehmer beliefert als 2017. Der Gasvertrieb an Endkunden sei jedoch 2018 „ein sehr profitabler Bereich“ gewesen.

Auf der Beschaffungsseite hat VNG jeweils etwa 10 % mehr Gas aus Norwegen und Russland bezogen als im Vorjahr.

Große Hoffnungen setzt man in Leipzig auf das Dienstleistungsgeschäft. Die VNG Viertelenergie GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Beratungsgesellschaft Tilia, soll kleineren und mittleren Kommunen Lösungen für die Wärmeversorgung von Wohn- und Gewerbequartieren anbieten. Das sei allerdings ein Geschäft mit langen Vorlaufzeiten, so Vorstandschef Heitmüller.

Von abgeschlossenen Projekten kann er deshalb noch nicht berichten, allenfalls von einem begonnenen in Schkeuditz im Umland von Leipzig. Drei konkrete Angebote habe die VNG Viertelenergie bislang abgegeben, etwa 20 Konzepte seien erstellt worden. Quartierkonzepte seien ein „deutliches Wachstumsprojekt“ für VNG.

Im Geschäftsfeld digitale Infrastruktur verfolgt die VNG einen langfristigen Ansatz und agiert in drei Bereichen: Glasfaserinfrastruktur, Dienstleistungen für Rechenzentren sowie Applikationen für kritische Infrastrukturen. Der zuverlässige Betrieb kritischer Infrastrukturen sei seit jeher Teil der DNA des Unternehmens. „Diese Expertise nutzen wir für den Transport und die Speicherung von Daten“, so Polk.
 

 
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Freitag, 12.04.2019, 17:18 Uhr