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Enerige & Management > Smart Meter - Warten auf die smarten Tarifmodelle
Bild: Fotolia.com, unique3d
SMART METER:
Warten auf die smarten Tarifmodelle
Viele innovative Mehrwertdienste auf der Grundlage von Smart-Meter-Daten werden aus regulatorischen Gründen erst ab 2020 für die Kunden verfügbar sein.
 
Möglicherweise kommt das erste vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierte Smart Meter Gateway noch in diesem Jahr auf den Markt. Peter Zayer ist optimistisch. Der Geschäftsführer von Voltaris geht davon aus, dass die drei vom Messstellenbetriebsgesetz geforderten Geräte bis Ende des ersten Quartals 2018 wirklich am Markt sind. Dann könnte der Startschuss für den offiziellen Smart Meter Rollout fallen.
 
Erst wenn drei zertifizierte Smart Meter Gateways von drei voneinander unabhängigen Herstellern am Markt sind, fällt der offizielle Startschuss für den Rollout intelligenter Messsysteme
Bild: Voltaris

„Im FNN-Teststufenkonzept haben wir nach der Laborphase nun im kleinen Feldtest Gateways bei einigen ausgewählten Kunden eingebaut“, berichtet Zayer. Er und seine Kollegen vom Forum Netztechnik und Netzbetrieb (FNN) im VDE rechnen fest damit, dass im kommenden Jahr der eigentlich für Anfang 2017 vorgesehene Rollout intelligenter Messsysteme auch wirklich beginnen kann. Denn der kleine Feldtest habe signifikante Fortschritte gegenüber der Laborphase gebracht, so der Vorsitzende des Lenkungskreises Zähl- und Messwesen im VDE|FNN. Das Zusammenspiel moderner Messeinrichtungen, also digitaler Stromzähler, und Smart Meter Gateways mit verschiedenen Gateway-Administrationssystemen sei nun deutlich verbessert. Ein Konsortium von 16 Unternehmen führt aktuell bundesweit entsprechende Tests durch. Und laut Zayer haben alle dank der Erkenntnisse aus der Laborphase eine vielversprechende Qualitätssteigerung feststellen können.

Nur bauartzugelassene und zertifizierte Geräte dürfen kommerziell genutzt werden

Zwar finden die Tests derzeit mit Gateways, also mit den Kommunikationseinheiten, statt, die wahrscheinlich auch eine Zertifizierung bekommen werden. Trotzdem müssen die Geräte, deren kompletter Lebenszyklus vom Einbau über den Betrieb bis zur Demontage durchgespielt wird, später wieder ausgebaut werden. Denn nur bauartzugelassene und zertifizierte Geräte der sogenannten G1-Stufe dürfen kommerziell genutzt werden. Deshalb sollen für den anschließenden großen Feldtest auf jeden Fall zertifizierte Geräte verbaut werden. Für die G0-Generation, die derzeit zum Einsatz kommt, gibt es Ausnahmegenehmigungen.

Allerdings, und das unterstreicht Zayer ganz deutlich, sind auch die G1-Geräte zunächst nur der Einstieg in die Welt der intelligenten Messsysteme: „Sie werden nur vier der insgesamt zwölf in der technischen Richtlinie des BSI beschriebenen Tarifanwendungsfälle abbilden können.“ Das sind zum Beispiel eine Zählerstandgangmessung oder zeitvariable Tarife. Angebote wie last- oder ereignisvariable Tarife können erst mit der zweiten Generation der Smart Meter Gateways, das heißt mit den per Firmware-Update aktualisierten G1-Geräten und dem sogenannten Zielmodell der Marktkommunikation, umgesetzt werden. Dessen Einführung ist für den 1. Januar 2020 vorgesehen. Erst dann wird der gesetzeskonforme Datenaustausch zwischen den verschiedenen Akteuren in ihren Marktrollen vom BSI und der Bundesnetzagentur anerkannt. Und erst dann – das wird in der teils euphorisch geführten Diskussion um datenbasierte Mehrwertdienste für den Endkunden häufig übersehen – kann der Vertrieb der neuen digitalen Mehrwertprodukte beginnen.

Messstellenbetreiber sollten sich mit der Geräteverwaltung beschäftigen

Im Jahr 2021 werden dann auch die Geschäftsmodelle für die Wohnungswirtschaft erste Umsätze generieren, etwa mit der Zusammenführung von Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserzählern. Theoretisch ist dies ab dem Zeitpunkt möglich, ab dem die intelligenten Messsysteme und das Zielmodell verfügbar sind. Allerdings haben die meisten Vermieter langfristige Verträge mit Abrechnungsdienstleistern. Deshalb hat der Gesetzgeber den Wohnungsgesellschaften unter bestimmten Bedingungen die Möglichkeit eines Sonderkündigungsrechts im Jahr 2021 eingeräumt. Denn ab dann hat der Vermieter gegenüber dem Mieter ein vorrangiges Auswahlrecht und kann als Anschlussnehmer für alle Stromzählpunkte einer Liegenschaft den Messstellenbetreiber auswählen, wenn noch eine weitere Sparte – Gas oder Wärme – abgedeckt wird.

Bis dahin können die Strategen der wettbewerblichen Messstellenbetreiber weiter an ihren Dienstleistungen basteln. Und nach Ansicht von Voltaris-Chef Zayer sollten sie sich dringend mit ihrem Geräteverwaltungssystem beschäftigen. „Denn die Geräteverwaltung, die in den Abrechnungssystemen verschiedener IT-Hersteller hinterlegt ist, ist im Regelfall dem Netzbetreiber zugeordnet.“

Aus Unbundling-Gründen benötige der wettbewerbliche Messstellenbetreiber jedoch ein eigenes System und dürfe nicht in die Datenbank des Netzbetreibers hineinschauen, der als grundzuständiger Messstellenbetreiber agiert. Mit einer eigenen multimandantenfähigen Plattform für die Geräteverwaltung wollen Zayer und seine Mitarbeiter Synergien schaffen: „Denn ein neues Geräteverwaltungssystem für den wettbewerblichen Messstellenbetrieb aufzubauen, kann für ein Stadtwerk sehr schnell sehr teuer werden.“

 
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Donnerstag, 30.11.2017, 13:29 Uhr