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Enerige & Management > Biogas - Warten auf Impulse
Bild: Fotolia.com, Jürgen Fälchle
BIOGAS:
Warten auf Impulse
Für Biogas und Biomethan fehlt weiter eine belastbare Perspektive im Rahmen der Energiewende, klagen Produzenten und Anlagenbauer. Corona verzögert Fortschritte.
 
Die Ergebnisse der ersten EEG-Ausschreibungsrunde für Biomasse in diesem Jahr haben es deutlich gemacht: Die Produktion und Nutzung von Biogas und Biomethan sind im Moment kein lukratives Geschäft. Ausgeschrieben war ein Anlagenvolumen von knapp 168 MW, einen Zuschlag erhielten im April 38 Gebote mit einem Volumen von gut 90 MW. Die Ausschreibung war damit deutlich unterzeichnet.

Der Branchenverband Biogasrat, in dem Anlagenbauer und Biomethanproduzenten organisiert sind, erneuerte daraufhin seine Forderungen nach Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Biomasse im geplanten EEG 2020 und speziell auch nach Unterstützung für die Weiterentwicklung der Biogas- und Biomethanerzeugung sowie die Sicherung bestehender Anlagen. Ohne den Beitrag der Bioenergie werden wir die Klimaschutzziele in Deutschland bis 2030 deutlich verfehlen, unterstreicht der Biogasrat die Bedeutung dieser Ressource.
 
Jens Albartus: „Wirtschaftlich wird das für uns ein anspruchsvolles Jahr“
Bild: Weltec

„Wir warten auf neue Regelungen und Impulse“, sagt auch Jens Albartus, Vorstandsmitglied des Biogasrates und Geschäftsführer der Weltec Biopower GmbH im niedersächsischen Vechta. „Eigentlich sollte im ersten Quartal dieses Jahres das EEG novelliert werden − ich habe aber den Eindruck, dass das wegen Corona weitgehend ruht.“ Um den Beitrag der Biomasse zur erneuerbaren Energieversorgung zu erhalten und auszubauen, sei ein klarer Ausbaupfad nötig.

Konkret fordern Biogasrat und andere Verbände eine Erhöhung der Gebotshöchstwerte im EEG-Ausschreibungsverfahren für neue und bestehende Biomasseanlagen, die sich an den durchschnittlichen Stromgestehungskosten orientiert. Darüber hinaus müssten die Instrumente zur Flexibilisierung bestehender Biomasseanlagen und die Gasaufbereitung von Biogas zu Biomethan gestärkt werden, um die direkte klimafreundliche Nutzung in verschiedenen Energieverbrauchssektoren wie dem Wärmemarkt und der Mobilität zu unterstützen.

Speditionen wollen verflüssigtes Biomethan als Kraftstoff nutzen

„Verstärktes Interesse an Biomethan“ nimmt Albartus, der auch Geschäftsführer des Biomethan- und Biogasproduzenten Nordmethan ist, aktuell im Verkehrssektor wahr. Speditionen entdeckten langsam die Vorteile des aus Biomethan gewonnenen Kraftstoffs Bio-LNG. „Mir liegen zum ersten Mal konkrete Abnahmeverträge für Biomethan vor − das war definitiv 2019 noch nicht so.“ Deutlich erkennbar sei, dass der Kraftstoffsektor versuche, Biomethanmengen an sich zu binden.

Er wisse zudem von ersten Förderanträgen für Biomethan-Verflüssigungsanlagen, die Bio-LNG für den Schwerlastverkehr produzieren sollen. Bislang werde Bio-LNG nur bilanziell auf den Markt gebracht. Er glaube, dass am Kraftstoffmarkt „neue Absatzwege in die Realisierung kommen“ und neue Impulse gesetzt werden, so der Geschäftsführer. Das stimme ihn zuversichtlich.

Die Erwartungen der Branche im Hinblick auf verbesserte Rahmenbedingungen am Wärmemarkt seien dagegen bislang weitgehend unerfüllt geblieben. Der Biogasrat hatte dazu unter anderem vorgeschlagen, Biomethan einen eigenen Primärenergiefaktor zuzuweisen, um seine Vorteile auf der Emissionsseite besser zur Geltung zu bringen und Benachteiligungen gegenüber Erdgas abzubauen.
In diesen Punkten sei die politische Diskussion über notwendige Veränderungen nicht vorangekommen. Das habe seiner Einschätzung nach mit Corona zu tun, so Albartus. Die Hoffnung auf eine „kleine Renaissance für Biomethan in der Wärmeversorgung“ will er dennoch nicht ganz aufgeben.

Spuren hinterlässt die Corona-Pandemie auch im Anlagenbau. „Bei Weltec Biopower ist die Produktion von Biogasanlagen weitgehend zum Erliegen gekommen“, berichtet Albartus. Das Unternehmen aus Vechta exportiert seine Technik in 26 Länder weltweit. „Der Markt in Mitteleuropa ist völlig heruntergefahren, Korea und Japan machen dagegen weiter.“ Hoffnungen machen ihm drei Ende April eingegangene Anlagenaufträge aus Griechenland, Japan und Deutschland.

Der Geschäftsführer rechnet nicht damit, dass der Normalbetrieb vor September wieder aufgenommen werden kann. „Wirtschaftlich wird das für uns ein anspruchsvolles Jahr.“ Da sei er durchaus dankbar, dass zumindest der Betrieb der Biogas- und Biomethananlagen des Tochterunternehmens Nordmethan trotz Krise regulär weiterlaufe.

 
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Dienstag, 26.05.2020, 08:45 Uhr