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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Wasserstoff- und Batteriebusse vor Ort nicht parallel testen
Bild: Fotolia, scharfsinn86
ELEKTROFAHRZEUGE:
Wasserstoff- und Batteriebusse vor Ort nicht parallel testen
Der Wettbewerb von batterieelektrischen und Wasserstoff-Bussen soll weitgehend in Parallelwelten stattfinden. Vom Aufbau beider Systeme an einem Ort rät die Energie-Agentur NRW ab.
 
Stadtwerke und Verkehrsbetriebe bauen bundesweit am ökologischen öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). In Konkurrenz um den grünen Antrieb der Zukunft stehen dabei Elektro-Busse, die durch Batterien oder Brennstoffzellen (Wasserstoff) angetrieben werden. Dass die ÖPNV-Anbieter gleichzeitig beide Systeme für Stromer testen, hält die Energieagentur NRW nicht für sinnvoll.

Die hohen Investitionskosten für die Ladeinfrastruktur batteriebetriebener Busse einerseits und für den Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur andererseits sprächen dagegen, heißt es in einer neuen Broschüre, die im Auftrag des NRW-Wirtschaftsministeriums entstanden ist. Mit anderen Worten: Kommunen und Stadtwerke sollten keine Parallelstrukturen aufbauen, um die teuren Systeme zu testen.

Stadtwerke Münster investieren parallel in beide Antriebssysteme

Genau dies ist aber der Fall. Die Stadtwerke Münster zum Beispiel wollen erst im Lichte der eigenen Erfahrungen mit beiden Systemen entscheiden, ob in den 2030er-Jahren mehr Batterie- oder mehr Brennstoffzellenbusse auf den Straßen der Domstadt unterwegs sind. Aktuell sind weniger als 20 von gut 100 Flottenbussen fossilfrei unterwegs, es sind ausschließlich Batteriebusse. Die Auslieferung des ersten Brennstoffzellenbusses erwarten die Westfalen erst im kommenden Jahr.

Laut Stadtwerke-Sprecher Florian Adler sind in Münster hohe Doppelinvestitionen gar nicht nötig, weil die Westfalen AG als privates Unternehmen bereits eine Wasserstoff-Infrastruktur aufbaut. Auf deren Wasserstofftankstelle wollen die Stadtwerke zurückgreifen. Kosten für die Sicherheitsausstattung der eigenen Werkstatt würden dagegen nicht groß zu Buche schlagen, so der Stadtwerke-Sprecher auf Anfrage von E&M.

Der Rückstand von Brennstoffzellenbussen in Deutschland ist enorm. Gerade einmal 24 dieser Fahrzeuge waren zum 1. Januar 2020 zugelassen – gegenüber 385 Batterie- und 960 Dieselhybridbussen sowie 1.101 Erdgasbussen, so die Bestandsaufnahme der Energieagentur NRW. Das ist im Brennstoffbereich zwar mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Start des Jahres 2019, als elf Wasserstoffbusse gemeldet waren. In den Jahren zuvor stagnierte die Zahl aber bei 15.

Umweltfreundliche Busse sind noch lange in der Minderheit

In Nordrhein-Westfalen fährt die Hälfte der 24 Wagen, sechs weitere in Baden-Württemberg. Dazu sind sie auch in Hessen vorzufinden. Zu dem niedrigen Bestand trägt bei, dass es nur eine geringe Anzahl an Herstellern gibt. Batterieelektrische Busse dagegen, so die Energieagentur NRW, seien inzwischen bei „nahezu allen bekannten Nutzfahrzeugherstellern“ im Angebot, so bei "Daimler EvoBus", MAN oder VDL.

Der Anteil umweltfreundlicher Busse am Gesamtfuhrpark, also auch bezogen auf fossil betriebene Fahrzeuge, wächst bundesweit, bewegt sich aber noch im niedrigen Prozentbereich. In Nordrhein-Westfalen waren zu Jahresbeginn 2020 in Summe 116 Stromer zugelassen, bei insgesamt 17.117 Kraftomnibussen. Das sind rund 0,7 %. Das bevölkerungsreichste Bundesland ist damit Spitzenreiter, auch bei der Anzahl der Dieselhybridbusse (245). Zählt man alle alternativen Antriebe in Nordrhein-Westfalen zusammen (361), stellen sie einen Anteil von 2,1 %. Baden-Württemberg kommt bei insgesamt 9.225 Bussen auf insgesamt 80 Stromer und 187 Dieselhybride, Bayern bei 14.399 auf 34 batterieelektrische Busse und 176 Dieselhybride. Für die Energieagentur NRW ist dieser Vergleich ein Beweis für „das Engagement der nordrhein-westfälischen Verkehrsbetriebe, den ÖPNV umweltfreundlicher zu gestalten und dabei eine Vorreiterrolle einzunehmen“.

Die Broschüre „Elektrobusse in NRW. Mehr Bewegen. Mit Strom und Wasserstoff.   “ von Energieagentur NRW und Elektromobilität NRW, der Dachmarke des NRW-Wirtschaftsministeriums, kann im Internet heruntergeladen werden.

 
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Donnerstag, 26.11.2020, 13:19 Uhr