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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Webinar zur Integration von E-Autos in Stromnetze
Bild: Picture Factory / Fotolia
ELEKTROFAHRZEUGE:
Webinar zur Integration von E-Autos in Stromnetze
In einem von Agora Energiewende und der IEA (Internationale Energieagentur) gemeinsamen Webinar ging es am 2. April um „nächste Schritte zur Integration von Energiesystemen“.
 
Vor über 300 Teilnehmern berichteten internationale Experten online darüber, wie Politik und Technik verknüpft werden müssen, um erneuerbare Energie in verschiedenen Sektoren nutzbar zu machen. Paolo Franco, Abteilungsleiter für Erneuerbare bei der IEA sagte, dass seine Organisation weiterhin am Ziel festhalte, im Jahr 2020 den Höhepunkt der globalen Treibhausgasemissionen zu erreichen und sie von da an zu senken, auch ohne die Auswirkungen der Corona-Krise.

Der derzeitige Trend zur Elektrifizierung von Verkehr, Heizung und Industrie biete dank erneuerbarer Stromerzeugung eine einzigartige Gelegenheit, auch Sektoren zu dekarbonisieren, deren Emissionen bisher als kaum vermeidbar angesehen wurden, hieß es im Webinar. Zusammen mit Schlüsselressourcen wie Wasserstoff könnten zugleich immer größere Anteile fluktuierender erneuerbarer Energien ins Energiesystem integriert werden, ohne Netze und Speicher mit übermäßig hohen Kosten auszubauen.

Elektroautos auf dem Vormarsch

Diskutiert wurden die Chancen und Herausforderungen bei der Integration von Elektrofahrzeugen in das Stromnetz sowie bei der Herstellung und Nutzung synthetischer Kraftstoffe. Der Einsatz von Elektrofahrzeugen habe in den letzten zehn Jahren rasant zugenommen. Der weltweite Bestand an elektrischen Personenkraftwagen lag 2018 bei über fünf Millionen, was laut IEA einer Steigerung von 63 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Nach einem Szenario der IEA soll der weltweite Absatz von Elektrofahrzeugen bis 2030 33 % erreichen.

Ohne konkrete Anstrengungen zur Integration in das Stromnetz werde dies erhebliche Auswirkungen auf die Stromverbrauchsmuster und den damit verbundenen Bedarf an zusätzlicher Netzwerkinfrastruktur haben. Deshalb stellte das Webinar Studien vor, wie die Elektrifizierung des Verkehrs und die Flexibilität des Stromnetzes besser zu verknüpfen sind.

Berichte aus der Türkei und Großbritannien

Für die Türkei berichtete Deger Saygin, Direktor des Shura Instituts für die Energiewende, von einer Studie, wie sich mehr Elektroautos im türkischen Stromnetz bemerkbar machen. Untersucht wurden dafür sowohl ländliche wie städtische Regionen. Im Ergebnis wäre es eine fast unlösbare Aufgabe, das Netz für eine Million Elektroladepunkte zu ertüchtigen, wie sie für 2030 prognostiziert werden. Dagegen genüge ein 5-prozentiges Wachstum pro Jahr bei den Investitionen der Verteilnetzbetreiber, um die Elektroautos einzubinden. Dafür müssten die Ladepunkte aber regional geplant sein und Tarife sowie der Energiemarkt das netzdienliche Laden anreizen, sagte Saygin.
 
Lastgang spontan (li.) und intelligent gesteuert (re.) beim Laden in einem Depot mit 100 Elektroautos,
Bild: Hitachi Ventara

Für Großbritannien erprobt Hitachi derzeit eine IoT-(Internet der Dinge)-Lösung, um größere Flotten von Elektrofahrzeugen netzdienlich zu laden und ihre Batterien auch als Speicher bei überschüssigen Ökostrommengen im Netz zu nutzen, berichtete Nicole Thompson von Hitachi Vantara. Die Direktorin für soziale Innovation stellte das Projekt „Optimize Prime“ vor. Mit den Flotten der Post (British Mail) und des Gasversorgers British Gas wurde erprobt, wie intelligentes Laden in den Depots einen zusätzlichen Netzausbau vermeiden kann - sowohl für wenige Stunden hohen Verbrauchs wie für Zeiten eines Überangebots an erneuerbarem Strom. Nächste Herausforderung sei nun die netzdienliche Beeinflussung des Ladens von Privatautos, was in Zusammenarbeit mit dem Fahrdienst Uber erprobt werden soll.

Für Agora Energiewende erinnerte Matthias Deutsch an eine Studie aus dem Vorjahr, nach der bei günstigen politischen Rahmenbedingungen der Netzausbau auch für die Elektromobilität nicht den auch heute schon geplanten Rahmen übersteige. Dafür müssten aber technische Steuerungsmöglichkeiten des Verteilnetzbetreibers beim Laden ermöglicht werden und finanzielle Anreize durch entsprechende Tarife die Fahrzeugbesitzer überzeugen. Nur in Ausnahmefällen sollte regulativ eingegriffen werden, sagte Deutsch.

 
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Donnerstag, 02.04.2020, 15:48 Uhr