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Enerige & Management > Berliner Energietage - Weg vom reinen Energieeffizienz-Netzwerk
Bild: Fotolia.com, Sergey Nivens
BERLINER ENERGIETAGE:
Weg vom reinen Energieeffizienz-Netzwerk
Wirtschaft und Regierung wollen die Energieeffizienz-Netzwerke weiterentwickeln hin zu Klimaschutz-Netzwerken. Wie das aussehen könnte, wurde bei den Berliner Energietagen vorgestellt.
 
„Wir wollen künftig mehr als Energieeffizienz-Netzwerke sein“, sagte Steffen Joest, Leiter der Geschäftsstelle der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke (IEEN), bei den virtuellen Berliner Energietagen im Block „Energieeffizienz-Netzwerke: Richtung Klimaneutralität“ am 27. Mai. Die IEEN hat den Block gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Energieeffizienz-Netzwerke (AGEEN) organisiert. Die Initiative will mit einem breiteren Themen-Spektrum an die Erfolge der vergangenen Jahre der Netzwerkarbeit anknüpfen. „Energieeffizienz-Netzwerke sollen sich zu Klimaschutz-Netzwerken entwickeln“, sagte Joest weiter.

Die Partner wollen dafür die IEEN-Initiative gemeinsam weiter fortführen. Die bisher realisierten Netzwerke beruhen auf einer Vereinbarung der Bundesregierung mit 22 Verbänden und Organisationen der Wirtschaft. Sie wurde 2014 geschlossen und gilt bis Ende 2020. In der Energieeffizienz-Strategie 2050 hatte die Bundesregierung bereits im vergangenen Jahr ihr Interesse an der Fortsetzung der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke bekundet. Noch werden Gespräche geführt über die künftige Ausgestaltung. Es soll aber schnellstmöglich eine neue Vereinbarung unterzeichnet werden.

Nach 2020 soll es nach den Erläuterungen der IEEN eine weitere Förderphase von 2021 bis 2025 geben, eventuell sogar eine dritte Phase von dem Jahr 2026 an. Stärker im Fokus der Netzwerk-Arbeit soll nach den Ideen der Initiative künftig die Minderung von Treibhausgasemissionen stehen. Weitere Themen sind etwa Flexibilisierungspotenziale verstärkt zu heben, die Abwärmenutzung zu forcieren, die Einbindung von grünem Wasserstoff in Industrieprozesse oder auch den Ressourcenschutz aktiver anzugehen.

Blick richtet sich immer mehr auf ganzheitliche Aspekte

Ein erst kürzlich gegründetes Netzwerk von der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft (FfE) aus München bringt erstmals Fernwärmeversorger zusammen. Das „WärmeNetzWerk“ läuft drei Jahre und hat bislang neun Teilnehmer, darunter die Bayernwerk Netze, Fernwärme Ulm, die EnBW Energie Baden-Württemberg oder auch die Stadtwerke München. Fachlich wird das Netzwerk durch den Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK (AGFW) betreut. Ziel sei es, zum einen Erfahrungen auszutauschen, sagte Britta Kleinertz vom FfE bei der Onlinekonferenz. Und zum anderen „soll für jedes Fernwärmenetz eine konkrete Transformationsstrategie erstellt werden“.

Ein weiteres Netzwerk, das mehr ist als ein Energieeffizienz-Netzwerk hat vor zwei Jahren Robert Novak von der „HAWE Hydraulik“ aus Aschheim bei München ins Leben gerufen. Das Netzwerk beschäftigt sich mit dem Vermeiden von Plastikmüll in Betrieben. Dem Zero-Waste-Netzwerk gehören mittlerweile 15 Unternehmen an und es wurden bereits drei Tonnen Plastikmüll eingespart. Das Ziel liegt bei 30 Tonnen jährlicher Plastikvermeidung.

Im Allgemeinen schauen Unternehmen mittlerweile ganzheitlicher auf das Thema, berichteten Konferenzteilnehmer. „Effizienz ist ein wichtiger Punkt, aber es ist nur ein Punkt eines funktionierenden künftigen Energiesystems“, sagte etwa Kleinertz über ihre Erfahrungen. Es werden mehr Themen miteinbezogen, zum Beispiel Flexibilisierungen von Prozessen.

Ein weiteres Thema, das die Unternehmen immer häufiger von sich aus aufgreifen sei zudem die Klimaneutralität. Thomas Wagner von der EnBW erzählte: „Klimaneutralität wird stärker betrachtet. Es gibt immer mehr Unternehmen, die die gesamte Wertschöpfungskette betrachten“. Die EnBW betreut seit einigen Jahren sieben Netzwerke. Viele der Teilnehmer seien schon Jahre dabei und hätten bereits sehr viel Wissen aufgebaut in Sachen Effizienz, auch ein Energiemanagementsystem sei vielfach etabliert. Der Blick werde ganzheitlicher.

Beim Start im Jahr 2014 der Initiative wurde geschätzt, dass für das Erreichen der Einsparziele von 5 Mio. Tonnen CO2 oder knapp 21 Mrd kWh Primärenergieeinsparung rund 500 Effizienz-Netzwerke notwendig sind. Tatsächlich sind die Netzwerke sehr viel erfolgreicher als erwartet und dieser Trend setzt sich fort. Die Einsparziele können deswegen bereits mit deutlich weniger als den geplanten 500 Netzwerken erreicht werden. Prognosen gehen davon aus, dass bereits mit rund „360 Netzwerken die Ziele erreicht werden könnten“, erläuterte Joest bei den Berliner Energietagen.

Bislang gibt es bundesweit 272 Energieeffizienz-Netzwerke. Die meisten Netzwerke finden sich in Nordrhein-Westen (61), in Bayern (56), Niedersachen (30) sowie in Baden-Württemberg (28). Am häufigsten wurden Maßnahmen zur Beleuchtung (29 %) von den teilnehmenden Firmen und Kommunen umgesetzt. Mit großem Abstand folgen Maßnahmen in den Bereichen Prozesstechnik (13 %), Heizwärme und Warmwasser (8%), Druckluft (7 %), Motoren und Antrieben (6 %). Dieses Spektrum wird sich in den nächsten Jahren dann wohl erweitern.

 
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