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Enerige & Management > Niedersachsen - Weil fordert mehr Tempo beim Wasserstoff
Bild: Fotolia.com, fotolium
NIEDERSACHSEN:
Weil fordert mehr Tempo beim Wasserstoff
Niedersachsen sieht sich als künftiges Zentrum einer sich entwickelnden regenerativen Wasserstoffwirtschaft und mahnt geeignete Rahmenbedingungen an.
 
Die niedersächsische Landesregierung ist nicht nur unzufrieden mit der Entwicklung bei den erneuerbaren Energien, sondern erwartet von der Bundesregierung auch rasche Entscheidungen über geeignete Bedingungen für die Produktion und den Einsatz von Wasserstoff.

„Beim Thema Wasserstoff zum Beispiel geht wesentlich mehr, das geht mir schlichtweg zu langsam voran“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) der Deutsche Presse-Agentur in Berlin. „Das Mindeste, was jetzt sehr schnell geschehen muss, sind wettbewerbsfähige Bedingungen“, forderte er. Deutschland lasse durch zögerliche Haltung auch industriepolitische Chancen liegen.

Konkret kritisiert der niedersächsische Regierungschef die Belastung von erneuerbarem Wasserstoff mit der EEG-Umlage, die auf den für die Produktion genutzten regenerativen Strom erhoben wird. „Unter diesen Bedingungen kann Wasserstoff nicht wettbewerbsfähig werden, also muss die Bundesregierung das zügig ändern“, verlangt der SPD-Politiker.

Er habe keine triftige Erklärung dafür, warum das Wirtschaftsministerium nur im Schneckentempo vorangehe. „Das Fundament vom Klimaschutz sind erneuerbare Energien“, betonte Weil. Die Bundesregierung ringt seit Monaten um eine Wasserstoffstrategie, deren Entwurf das Wirtschaftsministerium Ende Januar mit mehrwöchiger Verspätung gegenüber ursprünglichen Planungen vorlegte.

Wasserstoff ist ein flexibler Energieträger, der CO2-neutral hergestellt werden kann. Er ist gut speicherbar und eignet sich für die Strom- und Wärmeerzeugung, als Kraftstoff für Autos oder als Rohstoff in der Industrie. Niedersachsen könnte in den nächsten Jahren zum Zentrum einer entstehenden Wasserstoffwirtschaft werden. In diesem Bundesland sind mehrere große Power-to-Gas-Anlagen zur Erzeugung erneuerbaren Wasserstoffs sowie erste Anwendungsprojekte im Verkehr und in der Industrie geplant.

Zwei große Power-to-Gas-Projekte in Niedersachsen

Die mit jeweils 100 MW Elektrolyseur-Leistung bislang größten Power-to-Gas-Projekte „Element eins“ (Tennet, Thyssengas, Gasunie) und „Hybridge" (Open Grid Europe, Amprion), sollen beide in Niedersachsen angesiedelt werden. In Salzgitter baut der Stahlkonzern Salzgitter AG eine Wasserstoff-Produktionsanlage für die Stahlherstellung.

Im Nordwesten des norddeutschen Flächenlandes will der Energiedienstleister EWE mit Partnern in einem vom Bundesverkehrsministerium geförderten Projekt (Hyways for Future) die Produktion von regenerativem Wasserstoff und dessen lokale Verwendung demonstrieren. Zunächst soll der Wasserstoff als Kraftstoff für Busse und Kommunalfahrzeuge eingesetzt werden. Auch der erste mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellenzug in Deutschland verkehrt in Niedersachsen.

Das Bundesland hatte im Herbst 2019 zusammen mit Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern eine „Norddeutsche Wasserstoffstrategie“ verabschiedet. „Regenerativer Wasserstoff wird der global strategische Energieträger der Zukunft“, hatte dazu der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) erklärt. „Deshalb wollen wir gemeinsam eine starke Wasserstoffwirtschaft aufbauen.“

 
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