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Enerige & Management > Stromnetz - Weltweit erster hybrider Interkonnektor in Betrieb
Bild: Fotolia.com, Gina Sanders
STROMNETZ:
Weltweit erster hybrider Interkonnektor in Betrieb
50 Hertz und der dänische Netzbetreiber Energinet haben den weltweit ersten hybriden Offshore-Interkonnektor eingeweiht, der deutsche wie dänische Offshore-Windparks integriert.
 
Deutschland und Dänemark sind noch enger verbunden - durch eine neue Stromtrasse und einen Interkonnektor. Die Combined Grid Solution (CGS) verbindet zwei Umspannplattformen in der Ostsee sowohl miteinander als auch mit den bestehenden Landverbindungen von Offshore-Windparks. Dadurch kann die CGS Offshore-Windstrom nach Dänemark oder nach Deutschland leiten und zusätzlich für den grenzüberschreitenden Stromhandel genutzt werden.

Besonders herausfordernd war die Verbindung zweier Stromnetze mit unterschiedlichen Frequenzen. Deshalb war ein Doppel-Konverter (Back-to-Back-Converter) am Umspannwerk Bentwisch bei Rostock erforderlich. Darin wird der ankommende Wechselstrom in Gleichstrom und sofort wieder in Wechselstrom gewandelt. Nur so kann er problemlos von Dänemark nach Deutschland und umgekehrt fließen. Der Doppel-Konverter ist zudem in der Lage, einen Teil der notwendigen Blindleistungskompensation für den nordöstlichen Teil des 50-Hertz-Netzgebietes zu erbringen.

Außerdem wurde ein intelligentes Steuersystem „MIO“ (Master Controller for Interconnector Operation) entwickelt und gebaut. Als „Gehirn“ der Anlage fungiert diese digitale Steuerungseinheit, die im Control Center von 50 Hertz in Neuenhagen bei Berlin angesiedelt ist. Sie bringt sowohl die Anforderungen des Strommarktes als auch die von den Windverhältnissen auf der Ostsee abhängige Stromproduktion in Einklang.

Europäisches Leuchtturmprojekt

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), der dänische Minister für Klima, Energie und Versorgung, Dan Joergensen, sowie die EU-Kommissarin für Energie, Kadri Simson, lobten bei der offiziellen Einweihungsfeier am 20. Oktober das innovative Projekt von 50 Hertz und Energinet. Altmaier nannte die Combined Grid Solution „ein europäisches Leuchtturmprojekt für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich Windenergie auf See“.

Die CGS sei eine technische Innovation, die Vorbildcharakter für zukünftige Stromnetze im Offshore-Bereich hat. Die von 50 Hertz betriebenen Netzanbindungen der Windparks Baltic 1 und Baltic 2 (Deutschland) sowie die Netzanbindung (Energinet/Dänemark) zu dem derzeit in Bau befindlichen Windpark Kriegers Flak werden mitgenutzt. Zwei lediglich 25 Kilometer lange Seekabel mit einer Leistung von je etwa 200 MW zwischen den Umspannplattformen Baltic 2 und Kriegers Flak verknüpfen die beiden Netzanbindungssysteme.
 
Symbolische Verbindung via Seekabel: v.l. Christian Pegel, Energieminister von Mecklenburg-Vorpommern, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, 50-Hertz-CEO Stefan Kapferer, Energinet-Manager Henrik Riis und der CEO der Elia Group, Chris Peeters
Bild: Vogel/50 Hertz

Weltweit einmalig

Dies ist laut 50 Hertz die weltweit erste Stromverbindung zwischen zwei Ländern, die sowohl Offshore-Windstrom an Land transportiert, als auch Kapazitäten für den Stromhandel bereitstellt. Die Kosten für das deutsch-dänische Gemeinschaftsprojekt mit EU-Beteiligung belaufen sich auf rund 300 Mio. Euro. Stefan Kapferer, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50 Hertz, sagte: „Der CGS gibt uns gleich mehrere Optionen an die Hand, Frequenz und Spannung in unseren Übertragungsnetzen jederzeit zu halten, noch flexibler mit der Integration von erneuerbaren Energien umzugehen und die Stabilität des Gesamtsystems zu erhöhen.“

Auch auf dänischer Seite habe das Projekt eine zentrale Bedeutung für die angestrebte Klimaneutralität des Landes. Der eingebundene Windpark Kriegers Flak wird nach seiner geplanten Inbetriebnahme 2021 rund 600.000 Haushalte in der Region Seeland mit Strom versorgen. Er hat eine Leistung von 600 MW und wird damit der größte Windpark Dänemarks sein. In Kombination mit der CGS und ihrer Bedeutung für den Stromhandel mit Kontinentaleuropa entstehen dadurch auch für Dänemark Vorteile.

Basis für Handel und Netzstabilität

Thomas Egebo, CEO von Energinet, ordnete das Projekt in Dänemarks Weg zum ehrgeizigen Ziel ein, bis 2030 ein 100 % erneuerbares Stromsystem zu etablieren. „Energie aus Wind und Sonne wird langfristig der Hauptbestandteil bei der Produktion von grünem Wasserstoff und grünen Treibstoffen für Industrie, Schifffahrt und Luftverkehr sein“, sagte Egebo.

Die Elia Group, zu der 50 Hertz gehört, hält Hybrid-Verbindungen für notwendig, um die Ziele des European Green Deal zu erreichen. In Anbetracht des enormen Strombedarfs, der für die Dekarbonisierung unserer Gesellschaften notwendig ist, müsse Europa alle Potenziale zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ausschöpfen und teilweise weit vor den Küsten der Mitgliedstaaten diesen Strom ernten. Chris Peeters, CEO der Elia Group, nannte die Hybridtechnologie eine effiziente Investition. „Wenn kein Wind weht, kann das Kabel als Verbindungsleitung zu zwei Energiemärkten genutzt werden“, erläuterte er.
 
Der Trassenverlauf der Combined Grid Solution (CGS)
von 50 Hertz und Energinet
Bild: 50 Hertz

 
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Dienstag, 20.10.2020, 13:15 Uhr