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Enerige & Management > KWK - Wenig Windstrom in der Wärmeversorgung
Bild: Jonas Rosenberger
KWK:
Wenig Windstrom in der Wärmeversorgung
Überschüssiger Windstrom erreicht die Kraft-Wärme-Kopplung kaum. Die aktuellen Nutzungsvereinbarungen machen 3 % der zulässigen Energiemenge aus.
 

Mit der Ansage „Nutzen statt Abregeln“ brachte der Gesetzgeber 2017 eine Regelung auf den Weg, nach der in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) 2.000 MW Strom aus fossilen Quellen durch überschüssigen Windstrom ersetzt werden können. In der Praxis steht „Abregeln“ vielerorts nach wie vor an erster Stelle.

Bisher – Stand 1. Oktober – haben fünf Anlagenbetreiber mit 65 MW installierter Wärmeleistung entsprechende Verträge mit einem Übertragungsnetzbetreiber geschlossen. Das geht aus einer schriftlichen Antwort der Bundesregierung auf Nachfrage der Grünen hervor. Das Schreiben liegt E&M vor.

Bei dem Übertragungsnetzbetreiber handelt es sich um 50 Hertz. Vertragspartner sind die Stadtwerke in Rostock, Neubrandenburg, Stralsund und Parchim sowie in Hamburg der Energiedienstleister Getec. Die betreffenden Power-to-Heat-Anlagen werden erst noch gebaut, sie sollen sukzessive in den nächsten Jahren in Betrieb gehen. Nach Neubrandenburg fließen laut 50 Hertz 30 MW, nach Rostock 20 MW, nach Stralsund, Parchim und in den Hamburger Stadtteil Mümmelmannsberg insgesamt 15 MW. Die Vereinbarungen wurde laut 50 Hertz Ende 2019 und im Laufe dieses Jahres getroffen.

Grüne: Bundesregierung hat keinen Plan


Weitere 80 MW überschüssigen Windstrom will der Übertragungsnetzbetreiber an den städtischen Versorger „Wärme Hamburg“ liefern. Was den Vertrag angehe, befinde man sich in den Endverhandlungen, heißt es. Darüber hinaus seien zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Verträge geplant. „Der Bedarf, abzuregeln, ist in unserem Netzgebiet geringer als in Schleswig-Holstein und Niedersachsen“, erklärt Unternehmenssprecher Volker Gustedt. Mit der Regelung der Bundesregierung sei man zufrieden: „Wir können sie gut umsetzen.“

Die Regelung der Bundesregierung im Energiewirtschaftsgesetz erstreckt sich auf KWK-Anlagen im Netzausbaugebiet in Norddeutschland. Netzengpässe für Windstrom sind an der Tagesordnung. Warum steht 50 Hertz mit seinen Verträgen bisher allein auf weiter Flur? „Aktuell haben wir keine Interessensbekundungen seitens der Anlagenbetreiber und daher auch noch keine Verträge abgeschlossen“, teilt der Übertragungsnetzbetreiber Tennet mit.

Scharfe Kritik an der Regelung übt die Bundestagsfraktion der Grünen. „Die Bundesregierung hat keinen Plan zur Nutzung von erneuerbarem Strom vor einem Netzengpass. Seit Jahren gibt es einen konkreten Gesetzesvorschlag, den Strom zu nutzen, statt ihn abzuschalten“, sagt die Fraktionssprecherin für Energiewirtschaft, Ingrid Nestle.

Das, was 2017 festgeschrieben worden ist, nennt sie „Ersatzregelung“. Das Wirtschaftsministerium hätte „bereits in der Reform des EEG für eine erfolgreichere Regel sorgen müssen“, betont sie. Und Nestle moniert, dass es von der Bundesregierung keine Vorschläge gebe, wie diese „zukünftig den sinnvollen Einsatz von Wärmeerzeugung oder Wasserstoffproduktion erreichen will“.


 
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