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Enerige & Management > Windkraft Offshore - Windkraftleistung auf See soll bis 2030 auf 20.000 MW wachsen
Bild: ptoscano, Fotolia
WINDKRAFT OFFSHORE:
Windkraftleistung auf See soll bis 2030 auf 20.000 MW wachsen
Am 3. Juni beschloss die Bundesregierung einen stärkeren Ausbau der Windkraft in Nord- und Ostsee. Das Ausbauziel steigt von 15.000 MW auf 20.000 MW bis 2030 und auf 40.000 MW bis 2040.
 
Das Langfristziel für die nächsten 20 Jahre solle eine langfristige Planung ermöglichen und einen verlässlichen Ausbau der Windenergie auf See sichern. Um die neuen Ziele zu erreichen, sind Verbesserungen geplant, etwa bei der Ausschreibung von Flächen sowie bei Zulassungsverfahren und der Netzanbindung der Windparks. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte: „Der heute vorgelegte Entwurf des Windenergie-auf-See-Gesetzes ist ein Meilenstein für die Offshore-Windenergie in Deutschland.“ Damit werde die Offshore-Windenergie ganz wesentlich dazu beitragen, das Ziel von 65 % erneuerbarem Anteil am Bruttostromverbrauch im Jahr 2030 zu erreichen, hofft er.

Das Wind-auf-See-Gesetz schaffe die Voraussetzungen dafür, dass unter anderem die Verwaltungsverfahren gestrafft und beschleunigt werden, um die Ausbauziele erreichen zu können. Wie es im Entwurf des Wirtschaftsministeriums heißt, soll die Nutzung der Windenergie auf See unter Berücksichtigung des Naturschutzes, der Schifffahrt und der Offshore-Anbindungsleitungen ausgebaut werden. Die Umsetzung der Ziele stelle alle Beteiligten aber auch vor große Herausforderungen. Die verschiedenen Prozesse müssten gut miteinander verzahnt, die Arbeiten eng aufeinander abgestimmt werden.

Bund und Küstenländer sowie Übertragungsnetzbetreiber hatten vor kurzem eine Vereinbarung zum Ausbau der Windkraft auf See geschlossen. Demnach soll sichergestellt werden, dass erforderliche Planungs- und Genehmigungsschritte sowie der Bau von Anbindungsleitungen und der Offshore-Windparks Hand in Hand gehen.

Lob und Kritik von den Verbänden

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, begrüßte die Anhebung der Ausbauziele für Windenergie auf See als wichtigen Schritt für das Erreichen der Klimaziele. „Sie schaffen den Unternehmen Planungssicherheit und fördern damit Investitionen“, sagte sie. Planungssicherheit sei gerade aufgrund der langen Realisierungszeiten von Offshore-Projekten von zentraler Bedeutung. Die aktuelle Projektlaufzeit eines Offshore-Netzanbindungssystems beispielsweise belaufe sich auf durchschnittlich elf Jahre.

Die im Gesetzentwurf vorgeschlagene Einführung einer so genannten 2. Gebotsrunde lehnt der BDEW allerdings entschieden ab. Sie würde die Risiken für Investoren erhöhen und in der Folge die volkswirtschaftlichen Kosten der Offshore-Windenergie steigern. „Das Modell gefährdet zudem die Akteursvielfalt und damit einhergehend einen starken Wettbewerb, der zu weiteren Kostenreduzierungen führen kann“, kritisierte Andreae. Des Weiteren werde der deutsche Markt im internationalen Wettbewerb an Attraktivität verlieren – mit der Folge, dass Investoren zunehmend in andere Märkte ausweichen werden, die ein besseres Investitionsklima vorweisen.

Auch VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing fürchtet, dass für Stadtwerke, die sich beim Ausbau der Windenergie auf See engagieren wollen, der Gesetzentwurf eher eine Hürde als eine Brücke darstellt. „Anstelle des geplanten Mechanismus wäre es besser, wenn sich die Gebote an den tatsächlichen Stromgestehungskosten und nicht an unsicheren Strompreisprognosen orientieren“, sagte Liebing. Eine Möglichkeit dafür sei, über sogenannte Contracts for Difference die Stromerlöse abzuschöpfen, die über den anzulegenden Wert hinausgehen.

Nachbesserungswünsche an den Bundestag

Der Gesetzentwurf enthält auch eine Verlängerung der Realisierungsfristen für Projekte, die aufgrund einer Insolvenz des Anlagenherstellers verzögert werden. Der Ansatz sei richtig, müsse aber auch für Projekte gelten, die schon vor 2021 ans Netz gehen sollen. „Die Projektierer dieser Anlagen würden ansonsten mit einer erheblichen Degression für eine Verzögerung bestraft werden, die nicht in ihrer Verantwortung liegt“, mahnte Liebing.

Der BDEW forderte den Bundestag auf, den Gesetzentwurf so nachzubessern, dass die Ausbauziele erreichbar sind. Der Energieverband schlägt hierzu die Einführung einer symmetrischen Marktprämie vor. Dieses Modell sei volkswirtschaftlich kosteneffizient und schaffe zum anderen eine Differenzierungsmöglichkeit von Null-Cent-Geboten in zukünftigen Ausschreibungen. Damit steigert es die Realisierungswahrscheinlichkeit von bezuschlagten Geboten.

Den Gesetzentwurf zu Wind-auf-See   steht auf der Website des BMWi zum Download bereit.

 
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Mittwoch, 03.06.2020, 16:06 Uhr