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Enerige & Management > Gas - Wintershall baut auf Fracking-Gesetz
Bild: Wintershall
GAS:
Wintershall baut auf Fracking-Gesetz
Der Gasproduzent Wintershall hofft auf eine rasche Verabschiedung des Fracking-Gesetzes, um unterbrochene Förderaktivitäten in Niedersachsen wieder aufnehmen zu können. Für den 3. Juli steht der Gesetzentwurf der Bundesregierung erneut im Bundestag auf der Tagesordnung.
 
Das größte deutsche Gas- und Ölförderunternehmen Wintershall fordert sichere Rahmenbedingungen für seine Aktivitäten in Deutschland. Die BASF-Tochter hofft, dass das lange diskutierte Gesetz, mit dem die Bundesregierung die Anwendung des umstrittenen Frackingverfahrens in der Öl- und Gasförderung strengeren Regeln unterwerfen will, in dieser Woche vom Bundestag verabschiedet wird.

Ansonsten sieht Andreas Scheck, Leiter von Wintershall Deutschland, Arbeitsplätze gefährdet – in Deutschland sind etwa 20 000 Menschen für die Förderindustrie beschäftigt. Wintershall befinde sich bei der Gasförderung „seit drei Jahren in der Warteschleife“, klagte Scheck am 29. Juni in Berlin.

Das hänge damit zusammen, dass seit 2011 wegen eines bundesweit vereinbarten Moratoriums keine Bohrprojekte mehr genehmigt wurden, bei denen Fracking zum Einsatz kommen sollte. Das Moratorium betrifft aber nicht nur die Erkundung oder Erschließung von Schiefergas – wegen solcher Projekte war Fracking in Misskredit geraten − sondern auch Vorhaben in konventionellen Gasvorkommen, wo Fracking seit gut 30 Jahren im Einsatz ist.

Im Falle von Wintershall geht es dabei um ein Projekt bei Barnstorf in Niedersachsen, von dem sich das Unternehmen 10 Mrd. m3 förderbares Erdgas verspricht. Die Erschließungsbohrung wurde 2012 niedergebracht – der zur Stimulierung der Gas führenden Schichten im Untergrund nötige Fracking-Einsatz ist seither wegen des Moratoriums nicht möglich. Das Unternehmen hofft nun, dass das Fracking-Gesetz diese Blockade auflöst und eine Fortsetzung der Arbeiten ermöglicht.

Fracking-Moratorium lässt Förderung einbrechen

In Folge des Fracking-Moratoriums sei Erdgasproduktion in Deutschland seit 2011 um fast ein Drittel zurückgegangen, so Scheck. Auch die etablierte Erdgas-Förderung werde auf diese Weise blockiert. „Wir verlieren derzeit jährlich zehn Prozent der Produktion.“

Auch der niedersächsische Wirtschafts- und Energieminister Olaf Lies plädierte vor Journalisten in Berlin für eine rasche Verabschiedung des Fracking-Gesetzes. Für Niedersachsen ist die Gas- und Ölförderung ein wichtiger Wirtschaftszweig – 95 Prozent des deutschen Erdgases kommen aus diesem Bundesland, das dafür aktuell etwa 400 Mio. Euro Förderabgabe einstreicht; von denen würden allerdings etwa 85 Prozent über den Finanzausgleich an andere Bundesländer weitergereicht, merkte Lies ergänzend an.

Der Minister plädierte noch einmal dafür, beim Thema Fracking zwischen konventionellem Erdgas und unkonventionellem Schiefergas zu unterschieden und nicht so zu tun, als ob das in Deutschland benötigte Erdgas anderswo ohne Fracking gefördert würde. Erdgas könne eine Brücke zu den Erneuerbaren bilden und „gefördert werden muss es überall“, so Lies.

Er ist der Ansicht, dass Fracking unter den durch das Gesetz erheblich verschärften Bedingungen bei der konventionellen Gasförderung akzeptabel ist. Hoffentlich werde bis Ende der Woche der rechtliche Rahmen dafür geschaffen, meinte er. Für Fracking zur Erschließung oder auch Erforschung unkonventioneller Gasvorkommen wolle Niedersachsen jedoch generell keine Erlaubnis erteilen, erklärte der Minister.

 
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Montag, 29.06.2015, 17:27 Uhr