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REGENERATIVE:
Woher weht der Wind?
Hohe Genauigkeit und Zuverlässigkeit erfordern Windmessungen für Ertragsprognosen zur Planung von Windkraftanlagen.
 
Eine geringe Abweichung der Ergebnisse führe bereits zu erheblichen Fehlprognosen und erhöhe das Risiko eines unwirtschaftlichen Betriebs der geplanten Windenergieanlage, stellt die Berliner Ammonit Gesellschaft für Messtechnik GmbH fest. Die Datenerfassung sollte deshalb lückenlos mindestens einen Zeitraum von zwölf Monaten abdecken.

Von entscheidender Bedeutung für eine genaue Messung ist nach Auffassung von Ammonit die richtige Wahl von Sensorik und Messaufbau. Werden hier Fehler gemacht, erlaube das Datenmaterial keine sinnvolle Auswertung, so das Unternehmen. Wenn sich ein professioneller Windgutachter für eine Standortanalyse auf unzureichende Daten oder falsch installierte Messeinrichtungen verlasse, könnten schnell Fehlkalkulationen in Höhe einer siebenstelligen Summe entstehen. Im Vergleich hierzu seien selbst die Kosten einer teuren Messanlage gering.

Mit Sicherheitsabschlägen müsse bei einer Prognose grundsätzlich gerechnet werden, so die Messspezialisten weiter. Unsicherheiten entstünden schon dadurch, dass die angewandten mathematischen Verfahren idealisierte Windverhältnisse voraussetzen und Berechnungen im komplexen Gelände sehr schwierig sind. Ungenauigkeiten bei den Messwerten, die als Grundlage für die Berechnungen dienen, seien deshalb unbedingt zu vermeiden.

Optimal wäre es, die Windgeschwindigkeit in der Nabenhöhe einer später zu installierenden Windkraftanlage zu messen, so Ammonit weiter. Dagegen sprächen zwei Argumente: Die Nabenhöhe ist in den meisten Fällen noch nicht bekannt (die Messung soll erst Grundlage für diese Festlegung sein), ein Messmast mit der benötigten Höhe ist sehr teuer und aufwendig. Als Alternative biete es sich an, zwei Anemometer, also Windstärkemesser, einzusetzen, und damit die Windgeschwindigkeiten in zwei relativ niedrigeren Höhen zu messen. Dadurch lässt sich das Höhenprofil an diesem Standort bestimmen („Rauhigkeitslänge Z0“), auf dessen Grundlage die Windgeschwindigkeit in anderen Höhen ermittelt werden kann.

Für die Berechnung der Windverhältnisse über ein mathematisches Modell empfehlen die Berliner Windmess-Spezialisten auf Folgendes zu achten:
- Einsatz von individuell kalibrierten Anemometern
(Klasse 1);
- das untere Anemometer muss hoch genug montiert sein, um nicht von Hindernissen wie Büschen und Bauwerken beeinflusst zu werden;
- zwischen den beiden Anemometern muss mindestens ein Abstand von 15  bis 20 Metern sein.

An einem einfachen Standort auf flachem Land ohne Hindernisse ist ein Messmast mit kalibrierten Windmessern in 10 und 30 Metern Höhe ausreichend. Bei unübersichtlicheren Geländeformen müssen die Anemometer entsprechend höher montiert werden; das erfordert auch höhere Messmasten. Messhöhen von 60 Metern und mehr können erforderlich sein.

Auch die Erfassung der Windrichtung ist wichtig, damit Windkraftanlagen in einem Windpark korrekt positioniert werden, um Abschattungseffekte zu minimieren. Die Windrichtung muss pro Standort nur in einer Höhe gemessen werden. Die Windfahne sollte möglichst hoch angebracht sein.

Die Größen Luftdruck und Lufttemperatur spielen ebenfalls eine, wenn auch geringe Rolle. Da diese Werte nicht unbedingt direkt am Ort erfasst werden müssen, ist es laut Ammonit zulässig, die Daten naheliegender Wetterstationen zu nutzen. Das spart Ausgaben für Messtechnik, erhöht aber den Auswertungsaufwand, so die Berliner Spezialisten.

Für die Luftdruckmessung ist ihrer Erfahrung nach keine bestimmte Höhe vorgeschrieben, weil der Luftdruck einfach hochgerechnet werden kann. Der Temperaturmesser sollte mit einem geeigneten Wetter- und Strahlungsschutz für Außenmontage ausgestattet sein und in mindestens 10 Metern Höhe montiert werden, empfehlen sie.

Die Luftfeuchtigkeit hat zwar keinen Einfluss auf die Ertragsberechnung, aber die Kenntnis über diese Größe ist hilfreich, wenn die Vereisungsgefahr eines Standorts abgeschätzt werden soll. Nähere Informationen unter www.ammonit.de   .


 
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Freitag, 21.05.2004, 14:59 Uhr