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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Zaghafter Abschied vom Verbrenner
Bild: Jonas Rosenberger
ELEKTROFAHRZEUGE:
Zaghafter Abschied vom Verbrenner
Verbrennungsmotoren sind auf dem Rückzug − dennoch wird der Weg zu einer elektrisch dominierten Mobilität in Deutschland noch sehr weit sein, glauben die Analysten von Deloitte.
 
In der Studie „Elektromobilität in Deutschland“ hat sich die Strategieberatung Deloitte die voraussichtliche Marktentwicklung bis 2030 angesehen und gibt der Politik Handlungsempfehlungen. Doch eines scheint klar: Das von der Bundesregierung definierte Ziel von zehn Millionen Fahrzeuge mit alternativen Antrieben bis 2030 scheint nicht erreichbar.

Unbestritten ist laut den Analysten, dass Verbrenner immer unbeliebter werden: Die Nachfrage nach Autos mit diesem Antriebstyp werde in den kommenden zehn Jahren um bis zu drei Millionen Fahrzeuge zurückgehen. Statt der erhofften 10 Mio. Autos mit Elektroantrieb werden es laut Deloitte aber nur etwa 6,35 Mio. sein − und auch diese Zahl werde nur durch das großzügige Förderprogramm der Bundesregierung erreicht. 

Zögen Politik, Wirtschaft und Verbraucher aber weiter an einem Strang, bestehe das Potenzial, die bestehende Lücke bis 2030 weitestgehend zu schließen und immerhin 8,5 Mio. Autos mit alternativem Antrieb zuzulassen.

Zum Wendepunkt in der Elektromobilität werde es erst im darauf folgenden Jahrzehnt kommen: Frühestens ab 2032 könnten die Neuzulassungen der Elektrofahrzeuge die der Verbrenner einholen. 

Weitere Ergebnisse der Studie:
  • Insbesondere batteriebetriebene Autos werden den Wandel maßgeblich prägen und im alternativen Segment auch über 2030 hinaus am stärksten nachgefragt werden. Fahrzeuge mit Hybridmotoren werden hingegen ab 2025 zunehmend an Bedeutung verlieren.
  • Beim Wandel zur Elektromobilität werden ausgerechnet die derzeit von Autoherstellern geschmähten Klein- und Kleinstwagen eine entscheidende Rolle einnehmen. Dafür gebe es zwei wesentliche Gründe: ihre niedrigere Preisklasse sowie die zunehmende Verschärfung der CO2-Regularien.
  • Stärker ins Spiel könnte langfristig auch die Brennstoffzellentechnologie kommen. Ihr Anteil wird ab 2026 kontinuierlich zunehmen und die Technologie könnte sich langfristig etablieren.
„Deutschland wird künftig auch weltweit einer der wichtigsten Märkte auf dem Weg zu mehr Elektromobilität sein und eine zentrale Rolle innerhalb der Europäischen Union einnehmen“, so Harald Proff, Partner und Leiter Automobilindustrie bei Deloitte Deutschland und Global. „Die Industrie sollte nun die aktuelle Situation nutzen, um den Wandel noch stärker voranzutreiben. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung sind enorm – doch langfristig werden sie sich auszahlen.“ 

Die Studie Elektromobilität in Deutschland − Marktentwicklung bis 2030 und Handlungsempfehlungen   kann von der Website von Deloitte heruntergeladen werden.
 

Zahl der Ladesäulen wächst schnell trotz Corona

Der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur nimmt laut Zahlen des Branchenverbandes BDEW weiter an Fahrt auf: 33.107 öffentliche Ladepunkte sind aktuell im Ladesäulenregister des BDEW gemeldet, jede zehnte davon ist ein DC-Schnelllader. Damit seien in den vergangenen sechs Monaten mehr als 5.300 neue Ladepunkte hinzugekommen, so der Verband, ein Zuwachs um 19 Prozent trotz Corona-Lockdown.
Aktuell sind laut einer Hochrechnung des BDEW rund 240.000 vollelektrische Fahrzeuge und 200.000 Plug-In-Hybride zugelassen, wobei Plug-in-Hybride in der Regel zu nicht einmal 50 % elektrisch fahren. Für eine wirtschaftliche Auslastung der rund 33.100 Ladepunkte wären jedoch mindestens 550.000 vollelektrische Fahrzeuge erforderlich.
„Trotz des erfreulichen Anstiegs an Neuzulassungen reicht die Zahl an E-Fahrzeugen also noch nicht aus, um einen wirtschaftlichen Betrieb der Ladeinfrastruktur sicherzustellen“, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Es brauche einen zeitlich und technisch aufeinander abgestimmten Hochlauf von E-Autos und der notwendigen Ladeinfrastruktur.

 
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Dienstag, 17.11.2020, 11:25 Uhr