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Enerige & Management > Bayern - Zukunftsrat setzt auf Technologie gegen den Klimawandel
Bild: Fotolia.com, saschi79
BAYERN:
Zukunftsrat setzt auf Technologie gegen den Klimawandel
Technologieoffenheit, Monitoring und Anreize anstelle von Verboten: Das sind wesentliche Handlungsempfehlungen des Zukunftsrates der Bayerischen Wirtschaft gegen den Klimawandel.
 
 „Klima 2030. Nachhaltige Innovationen.“, heißt eine umfassende Studie zum Klimawandel und seinen Auswirkungen auf Bayern, die der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft am 1. Dezember im Rahmen eines Online-Kongresses vorgestellt hat. 

Die insgesamt 19 Mitglieder des Zukunftsrats kommen aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Das hochkarätig besetzte Gremium beschäftigt sich mit neuen Technologien für den Standort Bayern und ist bei der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) angesiedelt.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wies bei der Vorstellung der Studie auf die "pandemischen Eigenschaften" auch des Klimawandels hin: "Er ist ein langfristiges Problem und wirkt über Grenzen hinweg." Die gesamte internationale Stabilität hänge davon ab, wie sich der Planet klimatisch verändere. 

In die gleiche Kerbe hieb Alfred Gaffal, Vorsitzender des Zukunftsrates und 
VBW-Ehrenpräsident: "Wir brauchen weltweite Lösungen und Vereinbarungen für ein globales Problem." Auf Bayern entfalle nur etwa 0,2 % der weltweiten Treibhausgasemissionen. Trotzdem könnte der Freistaat anderen ein Beispiel geben. 

Konkret hat der Zukunftsrat in seiner Studie vier Handlungsempfehlungen sowohl an die Politik wie auch die Wirtschaft herausgearbeitet:

Technologieoffenheit

Aus Sicht des Zukunftsrats sind technologische Innovationen der entscheidende Schlüssel, von Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien und zur Minderung des Energiebedarfs bis hin zum Einsatz von Negativ-Emissionstechnologien.

Aus den untersuchten Klimaschutztechnologien hat der Zukunftsrat eine Auswahl von 28 Leuchtturmtechnologien getroffen, die besonders relevant für den Freistaat sind: Die Palette reicht hier von Querschnittstechnologien wie künstliche Intelligenz und Nanotechnologien zu relativ konkreten Vorhaben in einzelnen Sektoren wie Mobilität (elektrisches/hybrides Fliegen, effizientere Verbrennungsmotoren), Industrie (CO2-Filter/-Abscheidung, vernetzte Fabrikation), Energieproduktion (Brennstoffzelle, HGÜ-Leitungen) sowie Haushalte und Dienstleistungen (energieeffiziente Gebäudetechnik, vernetztes Haus) oder Gesundheit, Landwirtschaft und Ernährung (Präzisionslandwirtschaft, Fleischalternativen). 

Technologieoffenheit sei dabei nicht als Neutralität oder als Verzicht auf staatliche Eingriffe zu verstehen, sondern als das Gewährleisten eines "Level Playing Field" für verschiedene Technologien, betonte Gaffal.

CO2-Bepreisung

Je großräumiger eine CO2-Bepreisung angelegt ist, desto effizienter und effektiver wirke sie sich aus, so der Zukunftsrat. Zu kleinräumige Ansätze – nur auf der EU-Ebene, besonders aber rein nationale Systeme – lösten erheblichen Ausgleichsbedarf aus, um die negativen Auswirkungen auf die eigene Wirtschaft zu begrenzen. Keiner dieser Mechanismen (wie zum Beispiel der auf EU-Ebene diskutierte Carbon Border Adjustment Mechanism) sei ohne Nebenwirkungen, gleichzeitig seien die positiven Klimaeffekte der Bepreisung von vornherein stark begrenzt.

Übergeordnetes Ziel bleibt daher ein international möglichst einheitlicher CO2-Preis. Söder sprach sich in diesem Zusammenhang für eine "Klimasteuerreform" in Deutschland aus: "Wir müssen bei der CO2-Bepreisung noch einmal überlegen, was richtig ist. Ich möchte einen marktwirtschaftlichen CO2-Preis haben, bei gleichzeitiger massiver Senkung von Energiesteuern."

Anreize statt Verbote

Der Zukunftsrat empfiehlt, den Fokus wesentlich konsequenter als bisher auf die Unterstützung von Transformationsprozessen und vor allem auf die Förderung von Technologien und Innovationen zu richten, statt auf Vorgaben, Verbote und Verzicht. Der Staat muss auf allen Ebenen im eigenen Bereich mit gutem Beispiel vorangehen und dabei auf die besten verfügbaren Technologien setzen. Daneben muss er auch Mut zum Experiment beweisen, etwa mit Modellstädten, Modellregionen, Experimentierräumen und Demonstrationsprojekten. Referenzprojekte seien oft die entscheidende Schnittstelle zwischen Entwicklung und Umsetzung. "Wir werden aber nicht völlig darum herumkommen, auch Lebensstile anzupassen", setzte Söder hier einen kleinen Kontrapunkt. 

360-Grad-Monitoring

Um ein faktenbasiertes Vorgehen zu stützen und Informationen widerspruchsfrei zu kommunizieren, sei ein gemeinsames "Klima-Radar" mit unstrittigen Fakten als einheitliche Wissensbasis notwendig. Die Erkenntnisse zumindest der öffentlich finanzierten Forschungs- und Entwicklungsprojekte müssen systematisch und standardisiert über eine einheitliche Schnittstelle oder Plattform zur Verfügung gestellt und auf eine verständliche Weise in einem offiziellen Cockpit kommuniziert werden.

Die Studie Klima 2030. Nachhaltige Innovationen.   kann von der Webseite des Zukunftsrates heruntergeladen werden.

 
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Dienstag, 01.12.2020, 15:57 Uhr