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Enerige & Management > Klimaschutz - Zweifel am neuen Klimaziel
Bild: kav777, Fotolia
KLIMASCHUTZ:
Zweifel am neuen Klimaziel
Das neue Klimaziel der EU-Kommission von 55 % stößt überwiegend auf Skepsis. Die einen halten es für unpraktikabel, die anderen zweifeln an der Aufrichtigkeit der Kommission.
 

Grüne und Umweltverbände begrüßten die Anhebung des Klimazieles, verlangen jedoch, dass die Reduktion vollständig von der Industrie und den anderen Sektoren erbracht wird. Das Binden von CO2 aus der Atmosphäre durch den Aufwuchs von Wäldern oder in der Landwirtschaft dürften für das Klimaziel nicht gegengerechnet werden.

Bislang müssen die Klimaziele ohne die Berücksichtigung solcher „CO2-Senken“ erreicht werden. 2050 soll Klimaneutralität jedoch ausdrücklich „netto“ erreicht werden, das heißt: Die dann noch unvermeidlichen Emissionen werden durch die Mengen CO2 gekürzt, die der Atmosphäre entzogen werden.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Ska Keller, begrüßte in der Debatte des Parlamentes die 55 % als „Schritt nach vorne aber nicht ausreichend“. Neue Methoden zur Berechnung würden diesen Fortschritt allerdings wieder zunichte machen.

Die SPD sprach von einer „Mogelpackung“. Ihr umweltpolitischer Sprecher Timo Wölken verlangte eine schnelle Anpassung der europäischen Gesetzgebung an das neue Klimaziel, einschließlich des Emissionshandels.

Das Klimanetzwerk CAN betonte, das 55-%-Ziel „entspricht noch nicht den jüngsten, wissenschaftlichen Erkenntnissen“. Es müsse deshalb verbessert und auf „wirklich Reduktionen“ beschränkt werden.

Auch nach Ansicht von Greenpeace Deutschland „springt von der Leyens Vorschlag zu kurz“. Die Berücksichtigung von Senken sei „ein Bilanztrick“, mit dem die Kommission von der eigentlichen Aufgabe ablenke.

 



Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) hält das neue Klimaziel der Kommission für unzureichend. Mit einem Reduktionsziel von 60 bis 65 % hätte man die Chancen für eine „rasche Transformation der Wirtschaft“ erhöht, sagte BEE-Präsidentin Simone Peters.

Industrie mahnt faire Wettbewerbsbedingungen an

Der Sprecher der Unionsabgeordneten im Europaparlament, Daniel Caspary und Angelika Niebler, bezeichneten das 55-%-Ziel als „sehr ehrgeizig“ und verlangten „marktwirtschaftliche Instrumente“ bei der Umsetzung. „Die Folgenabschätzung hierzu werden wir im Europaparlament sehr genau prüfen.“ Auch der umweltpolitische Sprecher, Peter Liese“ sieht „noch viel Diskussionsbedarf“. Die Union sei gegen strengere Grenzwerte für Pkw und unterstütze ausdrücklich, dass auch die CO2-Entnahmen durch Wälder oder die Landwirtschaft berücksichtigt würden.

Auch die Industrie sorgt sich um die Umsetzung des Klimapaktes. Die EU brauche jetzt eine „glaubwürdige industrielle Strategie“, mit der die Klimaziele „kosteneffektiv“ erreicht werden könnten, sagte der Direktor des Industrieverbandes Business Europe, Markus Beyrer. „Wir müssen sicherstellen, dass es genug bezahlbare, grüne Energie gibt und für faire Wettbewerbsbedingungen im Hinblick auf die CO2-Reduzierung sorgen.“

Der BDEW hält das neue Klimaziel der Kommission ebenfalls für „sehr ehrgeizig“. Es werde nur gelingen, wenn beim Ausbau der Netze und der erneuerbaren Energien „mehr Tempo“ vorgelegt werde. Die EU sollte die CO2-Bepreisung auf den Verkehr und den Gebäudesektor ausweiten, zunächst außerhalb des bestehenden Emissionhandels.

VKU-Präsident Michael Ebling begrüßte, dass die Kommission „erstmals einen übergreifenden Ansatz“ im Umwelt- und Klimaschutz verfolge. Die Ausweitung des Emissionshandels auf weiter Sektoren sei richtig. Die Energiewirtschaft müsse sich auf einen langfristig stabilen institutionellen Rahmen verlassen können.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) lehnt eine weitere Anhebung der Abgasgrenzwerte ab. Die Rede ist hier von 37 auf 50 % bis 2030. Unterstützung erhalten die Autobauer vom Centrum für Europäische Politik in Freiburg. Die CO2-Grenzwerte für Pkw und Lkw weiter zu verschärfen oder Verbrennungsmotoren ganz zu verbieten sei „klimapolitischer Unsinn“ und „wirtschaftspolitisches Harakiri“. Richtig sei es dagegen, den Emissionshandel auszuweiten.


 
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Mittwoch, 16.09.2020, 14:49 Uhr