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Enerige & Management > Gasnetz - Sofortiger Weiterbau von Nord Stream 2 genehmigt
Bild: Shutterstock, Dabarti CGI
GASNETZ:
Sofortiger Weiterbau von Nord Stream 2 genehmigt
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrogaphie hat den sofortigen Weiterbau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 abgenickt. Ob es tatsächlich sofort weitergehen kann, ist aber unsicher.
 
(dpa) − Die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 kann nun in deutschen Gewässern weitergebaut werden. Das geht aus einer aktuellen Mitteilung des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrogaphie (BSH) hervor. Die bisherige Genehmigung hätte Arbeiten normalerweise erst wieder ab Ende Mai zugelassen. Ein Widerspruch − etwa von Umweltverbänden − könnte den sofortigen Weiterbau in der deutschen "Ausschließlichen Wirtschaftszone" (AWZ) allerdings noch stoppen, da er aufschiebende Wirkung hätte. 

Die Genehmigung war unter anderem deshalb notwendig geworden, weil eine Schweizer Firma ihre Spezialschiffe nach Sanktionsdrohungen der USA Ende 2019 abgezogen hatte. Für diese Schiffe hatte auch für die Wintermonate bereits eine Genehmigung vorgelegen. Nord Stream 2 musste nach dem Ausstieg der Schweizer allerdings auf einen Schiffstyp umsteigen, der von anderen Schiffen auf Position gehalten beziehungsweise bewegt wird. Für so ein ankerpositioniertes Schiff gilt die jetzt erteilte Genehmigung. Ein solches Schiff − die russische Fortuna − hatte am 14. Januar den Wismarer Hafen verlassen und befand sich in den Morgenstunden laut dem Schiffsradar vesselfinder.com auf der Ostsee vor Rostock. 

Ab dem 14. Januar waren bei den dänischen Behörden Arbeiten in der Ostsee bei Bornholm unter Beteiligung der Fortuna angekündigt. Nach dem Erreichen der Position in dänischen Gewässern würden vorbereitende Arbeiten und Tests beginnen, hatte es von Nord Stream 2 geheißen. Einen genauen Zeitpunkt hatte man noch nicht nennen können. Im Dezember hatte das Schiff nach einjähriger Unterbrechung der Verlegearbeiten einen 2,6 Kilometer langen Leitungsabschnitt in der deutschen AWZ fertiggestellt. Ende Dezember war die Genehmigung des BSH allerdings ausgelaufen. 

Noch 30 Kilometer in deutschen Gewässern ausstehend

Nach Angaben des russischen Energiekonzerns Gazprom als Hauptinvestor sind 94 % der umstrittenen Pipeline fertiggestellt. Damit liegen mehr als 2.300 Kilometer Rohre des Doppelstrangs auf dem Meeresboden. Es fehlen noch etwa 150 Kilometer, also 75 Kilometer je Strang − davon etwa 120 Kilometer in dänischen und etwa 30 Kilometer in deutschen Gewässern. 

Um diese rund 30 Kilometer südlich der dänischen Insel Bornholm geht es bei der nun erteilten Genehmigung des BSH. Die verbleibende Strecke verlaufe zwar durch den Randbereich eines Vogelschutzgebietes, hieß es. Das habe aufgrund der Wassertiefe allerdings "eher geringe Bedeutung für bestimmte Rastvogelarten". Außerdem handele es sich teilweise ohnehin um ein häufig befahrenes Gebiet. Dennoch schreibt das BSH zum Schutz der Seevögel für den Zeitraum von Januar bis Mai maximale Bauphasen von 30 Tagen mit zweiwöchigen Pausen vor.

 
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