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Enerige & Management > Klimaschutz - Powerfuels könnten großen Teil des Energiebedarfs decken
Bild: Fotolia
KLIMASCHUTZ:
Powerfuels könnten großen Teil des Energiebedarfs decken
Grünstrom-basierte Kraftstoff (Powerfuels) könnten 2050 ein Viertel des globalen Energiebedarfs decken. Das legt eine finnische Studie im Auftrag der Global Alliance Powerfuels nahe.
 
Besonders in schwer zu elektrifizierenden Sektoren wie Luft- und Seefahrt sowie als Ersatz für fossile Ressourcen werden Powerfuels wohl künftig vermehrt benötigt. Zu diesem Schluss gelangt die von der Global Alliance Powerfuels (GAP) in Auftrag gegebene Studie der Technischen Universität Lappeenranta (LUT) aus Finnland mit dem Namen „Powerfuels in a Renewable Energy World“   , teilte am 21. Dezember die GAP mit.

Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) und Partner aus der Industrie haben die Global Alliance Power Fuels im Jahr 2018 gestartet. Das Bündnis verfolgt das Ziel, globale Märkte für synthetische Kraft- und Brennstoffe auf Basis erneuerbarer Energien zu erschließen. Powerfuels sind laut der Dena klimaneutrale Kraft-, Brenn- und Rohstoffe wie etwa Wasserstoff, E-Kerosin, E-Diesel oder Ammoniak, zu deren Erzeugung regenerative Energie eingesetzt wird. „Neben erneuerbarem Strom werden Powerfuels perspektivisch eine Säule der globalen Energieversorgung sein und zum unverzichtbaren Bestandteil einer klimaneutralen Weltwirtschaft zählen“, sagt Andreas Kuhlmann, Sprecher der Global Alliance Powerfuels sowie Dena-Geschäftsführer.

Die Ergebnisse der finnischen Studie zeigen, dass Powerfuels im Jahr 2050 mit 43.200 Mrd. kWh knapp mehr als ein Viertel des globalen Endenergiebedarfs decken könnten. Dabei beschränkt sich laut den Studien-Autoren die Nutzung von Powerfuels nicht auf einzelne Sektoren. Maßgeblich sei die Verwendung im Verkehrssektor, gefolgt von der chemischen Industrie sowie im Wärmesektor.

Die Studie geht davon aus, dass sich je nach Anwendungsart unterschiedliche Powerfuels mit spezifischen Eigenschaften am Markt etablieren werden, darunter Methanol, Wasserstoff, Methan, Ammoniak und nach dem Fischer-Tropsch-Verfahren produzierte flüssige Energieträger.

Das Szenario sieht einen globalen Handel für Powerfuels vor, sodass an den weltweit günstigsten Standorten produziert werden kann. So könnten die Kosten auf 50 bis 80 Euro je Megawattstunde im Jahr 2050 fallen. Die Größe eines solchen globalen Marktes betrüge rund 2.100 Mrd. Euro im Jahr 2050. Zu dessen Etablierung können in den kommenden Dekaden Investitionen von bis zu 18.000 Mrd. Euro ausgelöst werden, davon ein Großteil in den Aufbau von Wind- und Solaranlagen. Dies entspricht in etwa dem aktuell prognostizierten Investitionsbedarf der Öl- und Gasindustrie im selben Zeitraum.

Die gesamte Studie   finden Interessierte auf der Seite der GAP als PDF zum Herunterladen.
 

Heidi Roider
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