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Enerige & Management > Windkraft Onshore - Alte Windturbinen richtig abbauen und entsorgen
Bild: Fotolia/Felix brönnimann
WINDKRAFT ONSHORE:
Alte Windturbinen richtig abbauen und entsorgen
Die neue Industrievereinigung RDRWind hat ihr Ziel erreicht: Erstmals liegt nun auf ihre Initiative hin ein Regelwerk für Rückbau und Wiederverwertung von alten Windturbinen vor.
 
Neuheit in der nicht eben ereignisarmen Windbranche: Erstmals gibt es für den Rückbau und das Recycling von Windenergieanlagen einheitliche Standards. Das Deutsche Institut für Normung e.V. hat mit der DIN SPEC 4866 ein Regelwerk vorgelegt, das künftig als Branchenstandard gelten soll.

Das hofft die Anfang 2019 gegründete Industrievereinigung Repowering, Demontage und Recycling von Windenergieanlagen e.V. (RDRWind), auf deren Initiative die Standards erarbeitet worden sind. Dafür hatte sich eine Gruppe von gut zwei Dutzend Experten aus der Windenergie- und Recycling-Branche, Wissenschaftler sowie Mitarbeiter von Behörden wie beispielsweise dem Umweltbundesamt ein Jahr lang mehrmals getroffen. Im Mittelpunkt des neuen DIN-Dokuments steht die nachhaltige Demontage von Windturbinen, bei der möglichst viele Bestandteile recycelt und verwertet werden.
 
Eine alte Windturbine fach- und umweltgerecht abzubauen, will gekonnt sein
Bild: Hagedorn GmbH


„Wir wollen das Thema Rückbau nicht den Gegnern der Windenergie überlassen“, hatte RDRWind-Vorstandsmitglied Annette Nüsslein auf der letztjährigen Fachmesse Husum Wind zur Motivation betont, „außerdem wollen wir keinen Müll-Tourismus.“ Deshalb sei ein möglichst einheitlicher Leitfaden unverzichtbar, um unter anderem Betreibern, Genehmigungsbehörden und auch Entsorgungsunternehmen branchenweit abgestimmte Empfehlungen an die Hand zu geben.

So gibt die DIN SPEC 4866 auf ihren 26 Seiten nun beispielsweise Empfehlungen dafür, wie die Baustelle gesichert werden muss und welche Qualifikationen die Arbeiter benötigen, die den Rückbau einer Windturbine vornehmen. Die erhofften Branchenstandards beschreiben, wie Rotorblätter, Turm und Gondel zerlegt werden sollten und welche Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind, damit keine schädlichen Stoffe in die Umwelt gelangen. Das neue Regelwerk erläutert zudem, welche Bestandteile einer Windenergieanlage sich auf welche Weise verwerten lassen, wie der Rückbau dokumentiert werden muss und welche behördlichen Genehmigungen für den Rückbau in welchem Bundesland notwendig sind.

Die neuen Branchenstandards für den Rückbau, die Demontage, das Recycling und die Verwertung von Windenergieanlagen sind just in time veröffentlicht worden. Branchenexperten gehen von einer durchaus nennenswerten Rückbauwelle in der Windbranche in nächster Zeit aus. Denn mit Beginn des nächsten Jahres erhalten Tausende Windenergieanlagen keine Vergütung mehr nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Seriöse Prognosen, wie viele der bis Mitte der 2020er Jahre betroffenen mehr als 15.000 Altanlagen am Netz bleiben, fehlen derzeit. Es gibt durchaus Stimmen, die davon ausgehen, dass die Zahl der sogenannten Ü20-Windturbinen, deren Weiterbetrieb sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr lohnt, in die Tausende geht.

 
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Freitag, 17.07.2020, 15:10 Uhr