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Enerige & Management > Wärmenetz - Erste Fernwärme-Projekte storniert
Bild: Fotolia, fefufoto
WÄRMENETZ:
Erste Fernwärme-Projekte storniert
Die überraschenden Änderungen im Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz zum Jahresende 2020 hätten das Vertrauen in die Politik erschüttert, moniert der BDEW. Das sei Gift für den Fernwärmeausbau.
 
"Unsere Unternehmen stehen in den Startlöchern, um in die Umstellung der Fernwärmeerzeugung auf erneuerbare Wärme und Abwärme sowie in den Umbau der Wärmenetze und Hausübergabestationen zu investieren", teilte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, am 22. Januar mit. "Dafür werden Nah- und Fernwärmeversorger in den kommenden Jahren hohe Summen in neue Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen investieren." Gleichzeitig werde der Anteil von Wärme aus erneuerbaren Energien, von Wärme aus Power-to-Heat sowie aus der Umwelt über Großwärmepumpen und von Abwärme in Wärmenetzen weiter erhöht.

Notwendig zur Umsetzung dieser Maßnahmen seien aber entsprechende politische Rahmenbedingungen: "Um die Potenziale von grüner Fernwärme optimal nutzen zu können, ist es wichtig, dass die geplante Bundesförderung effizienter Wärmenetze erweitert wird auf sämtliche klimaneutrale Gase wie Biomethan und grünen Wasserstoff sowie nachhaltige holzartige Biomasse, zum Beispiel Waldrest- und Landschaftspflegeholz", so Andreae weiter. Die maximale Fördersumme für Einzelprojekte ohne EU-Einzelfallnotifizierung sollte zudem von den geplanten 50 auf 100 Mio. Euro angehoben werden, fordert der BDEW.

Außerdem moniert der Branchenverband, dass die „überraschenden Änderungen im Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz zum Jahresende 2020 das Vertrauen in die Verlässlichkeit von rechtlichen Rahmenbedingen massiv erschüttert“ hätten. In der Konsequenz haben erste Unternehmen laut Auskunft des BDEW, allen voran betroffene Stadtwerke, bereits angekündigt, Investitionen in geplante oder sich bereits im Bau befindliche Blockheizkraftwerks-Projekte zu stornieren. Andreae: „Die Bundesregierung sollte jetzt alles daransetzen, das Vertrauen bei den Stadtwerken und Fernwärmeversorgungsunternehmen im Sinne der für die Wärmewende und die Versorgungssicherheit notwendigen Investitionen schnellstmöglich wiederherzustellen.“

Nach Zahlen des BDEW Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) stammten im vergangenen Jahr von den erzeugten 126 Mrd. kWh Fernwärme 17,8 % (gut 22 Mrd. kWh) aus erneuerbaren Energien. Daran hat Biomasse einen Anteil von 9,4 % (11,8 Mrd. kWh), biogener Siedlungsabfall von 7,6 % (9,6 Mrd. kWh) sowie Geo- und Solarthermie von zusammen 0,8 % (1 Mrd. kWh). Der Anteil der Erneuerbaren in der Fernwärme bundesweit ist seit 2010 um rund 7,8 % gestiegen. Der Anteil der erneuerbaren Energien liegt in der Wärmeversorgung in deutschen Städten – werden alle Heizungsarten mit einbezogen – jedoch lediglich im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
 

Heidi Roider
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