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Enerige & Management > Windkraft Onshore - Image der Windkraft deutlich besser als gedacht
Bild: psdesign1 / Fotolia
WINDKRAFT ONSHORE:
Image der Windkraft deutlich besser als gedacht
Eine große Mehrheit hierzulande hält den Windkraftausbau an Land weiterhin für wichtig. Politische und mediale Aufmerksamkeit bekommt dagegen meist eine Minderheit.
 
Der Ausbau der Windenergie steht bei den Bundesbürgern weiterhin hoch im Kurs. Bei einer repräsentativen Umfrage der Fachagentur Windenergie an Land (FA Wind), die vom Forsa-Institut bereits zum sechsten Mal seit 2015 durchgeführt wurde, bewerteten rund 79 % der bundesweit mehr als 1.000 Befragten die Nutzung und den Ausbau der Windenergie als wichtig oder sehr wichtig.

Der Zustimmungswert liegt zwar knapp unter den vorjährigen Zahlen, steht aber nach wie vor in krassen Widerspruch zu den grundsätzlichen und akuten „Akzeptanzproblemen“, die der Windenergie von Teilen der Politik und Medien zugeschrieben werden. Daraus zieht Michael Lindenthal, Vorstandsvorsitzender der FA Wind, folgenden Schluss: „Das Bild der Öffentlichkeit prägt der insgesamt relativ kleine Bevölkerungsanteil, der sich gegen Windenergieprojekte engagiert. Das wirkt sich auch negativ auf politische Diskussionen zur Windenergie aus.“ Notwendig sei deshalb von den Befürwortern der Windenergie mehr „aktive Unterstützung“ gerade bei der Umsetzung vor Ort.
 
Wie schon im vergangenen Jahr hat die FA-Wind-Umfrage auch das Stimmungsbild bei der sogenannten „schweigenden Mehrheit“ untersucht - sprich, bei den Bundesbürgern, die sich nicht öffentlich zu Themen der Windenergie positionieren. Gravierende Bedenken gegenüber neuen Windturbinen im eigenen Wohnumfeld sind in der Umfrage von dieser Gruppe sogar noch seltener (22 %) geäußert worden als vom Durchschnitt der Befragten (26 %). Wichtige Erkenntnis der Studie: „Das Meinungsbild vor Ort für die Windenergie ist wesentlich besser, als die Befragten annehmen.“ Gleichzeitig könne es auch zu kontroversen Diskussionen vor Ort kommen, gerade während der Projektplanung und -umsetzung.

 
Wichtigstes Ergebnis der neuen FA Wind-Umfrage: Die Akzeptanz der Windenergie hierzulande ist weiterhin sehr hoch (zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)
Grafik: Fachagentur Windenergie an Land


Wie die Akzeptanz der Windenergie gesteigert werden kann, liegt für das Gros der Befragten (72 %) auf der Hand, nämlich durch eine verbesserte finanzielle Beteiligung der Standortkommunen an den Windstromeinnahmen. Positive Effekte konnten sich zudem zwei Drittel der Befragten durch eine stärkere Berücksichtigung von Gemeinwohlinteressen und vergünstigte Strompreise vorstellen. „Wichtig sind positiven Auswirkungen und deren Wahrnehmung vor Ort“, resümiert FA-Wind-Vorsitzender Lindenthal. Für ihn gehen deshalb die in der bevorstehenden EEG-Novelle angedachten Regelungen für die finanzielle Beteiligung von Kommunen in die „richtige Richtung“.

Der neue EEG-Paragraf 36k soll auch für Bestandsanlagen gelten
 
Der neu geplante EEG-Paragraf 36k sieht diese finanziellen Boni allerdings nur beim Bau neuer Windturbinen vor, Kommunen, auf deren Gemarkungen bereits Windenergieanlagen in Betrieb sind, würden danach leer ausgehen. Für das Gros der Umfrage-Teilnehmer ist das nicht verständlich: Gleich 74 % der Befragten plädierten dafür, dass die neue EEG-Norm auch für Bestandsanlagen gelten soll.
Genau diese Position vertrat auch die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände bei der Anhörung zur EEG-Novelle im Wirtschaftsausschuss Mitte dieser Woche. In ihrer Stellungnahme hieß es: „Gemeinden mit Windenergie könnten [so] endlich und vielerorts erstmals relevante Einnahmen verbuchen. Die Nutzung der Windenergie würde dann auch aus Sicht der Bürgerschaft zusätzliche Anreize geben, die Energiewende vor Ort zu unterstützen.“

Dabei geht es um durchaus nennenswerte Summen: Die Kommunalverbände verwiesen auf Berechnungen der FA Wind, wonach bis zu 200 Mio. Euro jährlich an Windenergie-Kommunen in ländlichem Raum verteilt werden könnten. So könnte beispielsweise das Bundesland Brandenburg allein mit rund 25 Mio. Euro von diesen Mitteln profitieren, allein der Landkreis Uckermark bereits jetzt mit bis zu 5 Mio. Dort hat der CDU-Bundesabgeordnete Jens Koeppen, ein ausgewiesener Windkraftgegner in Reihen der Union, seinen Wahlkreis.
 
FA-Wind-Vorsitzender Lindenthal hofft deshalb auf die Beratungen in den schwarz-roten Regierungsfraktionen zur Gesetzesnovelle, die Bundestag und Bundesrat nach jetzigem Stand Ende der letzten Novemberwoche beschließen wollen: „Eine Teilhabe an Bestandsanlagen könnte die Diskussionen um Windenergie vor Ort binnen relativer kurzer Zeit grundlegend verändern. Denn die Windenergie kann spürbar zur Entwicklung ländlicher Räume beitragen“, so Lindenthal.
 

 
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Freitag, 20.11.2020, 16:22 Uhr