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Enerige & Management > F&E - Azubis entwickeln CO2-Ampeln im Kampf gegen Corona
Bild: Sascha Ditscher
F&E:
Azubis entwickeln CO2-Ampeln im Kampf gegen Corona
In der Lehrwerkstatt der Unternehmensgruppe Energieversorgung Mittelrhein (EVM-Gruppe) tüfteln die Auszubildenden derzeit an selbst entwickelten CO2-Ampeln.
 
So klein sie auch sind, sind sie doch der Übertragungsweg Nummer eins in der Corona-Pandemie: Aerosole, die ein Jeder beim Niesen, Husten und Ausatmen ausstößt. Gerade in geschlossenen Räumen ist die Ansteckungsgefahr über die Luft besonders hoch. Regelmäßiges Lüften ist das Mittel der Wahl. Hier setzen die Auszubildenden der EVM-Gruppe mit ihren eigens entwickelten CO2-Ampeln an. Diese geben einen Alarm ab, sobald die Kohlendioxid-Konzentration im Raum einen kritischen Wert überschreitet.

Natürlich, CO2-Ampeln gibt es bereits auf dem Markt. Das Problem: Die Technik hat oft lange Lieferzeiten oder ist sehr teuer, wie Florian Arzbächer, Ausbilder bei der EVM-Gruppe, weiß. In einer Fachzeitschrift habe er einen Beitrag über CO2-Ampeln gelesen und sich gedacht "Das können wir auch!". Zusammen mit seinen Schützlingen machte sich der Elektronikermeister an den Entwurf des Warnsystems und der Software dahinter. 

Das orange Gehäuse samt Deckel kommt aus dem 3D-Drucker. Zusammen mit der Platine, dem Akku, einem Display und dem extern beschafften CO2-Sensor bauen die angehenden Elektroniker ihr selbst designtes CO2-Warnsystem. Rund acht Stunden nimmt die Produktion der Einzelteile inklusive 3D-Druck in Anspruch. Eine weitere Stunde brauchen die Azubis für den Zusammenbau. Die Kalibrierung der CO2-Ampel an der frischen Luft dauert dann noch einmal eine halbe Stunde. 

Ein paar zusätzliche Gimmicks konnten die Auszubildenden gegenüber herkömmlichen CO2-Ampeln integrieren, wie Arzbächer aufführt: "Gewöhnliche CO2-Ampeln, die im Handel zu kaufen sind, leuchten nur rot, gelb und grün. Unsere Geräte haben wir darüber hinaus mit einem Display ausgestattet, das die genauen Werte anzeigt." Zudem werde über einen integrierten Akku der Betrieb von mindestens 24 Stunden sichergestellt. 

Aufforderung zum Lüften nicht ignorierbar

Die Geräte messen insbesondere die Kohlendioxid-Konzentration im Raum: Bei 900 parts per million (ppm) erscheint zunächst eine optische Warnung, die anzeigt, dass gelüftet werden sollte. Steigt die Konzentration weiter auf 1.300 ppm, ertönt ein schrilles Signal, das sich nicht weiter ignorieren lässt. So verschwindet es erst, wenn die CO2-Konzentration wieder sinkt − sprich, wenn gelüftet wird.

Auch Raumklima-Parameter wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit werden von der Ampel erfasst. Die Auszubildenden haben zudem bereits Ideen für eine Weiterentwicklung in der Schublade: Als Nächstes sollen die Geräte nicht nur die aktuellen Werte anzeigen, sondern diese auch aufzeichnen, sodass ein Verlauf mit Statistiken ermöglicht wird. Die durchschnittliche Luftqualität ließe sich so überwachen, heißt es aus Koblenz.

Im Schulalltag − dem von der Lehrwerkstatt anvisierten Einsatzort der CO2-Ampeln − haben sich die Geräte bereits bewährt, so die EVM-Gruppe. "Wir haben sehr gute Erfahrungen mit unseren Ampeln gemacht − in unseren eigenen Räumen und in denen der Berufsschule", so Ausbilder Arzbächer. Weitere Sensoren würden nun beschafft werden, um mehr Geräte produzieren und diese an Partnerschulen verteilen zu können. "So tragen wir unseren Teil zum Kampf gegen die Corona-Pandemie bei." 
 
Die CO2-Ampeln, die die Auszubildenden der EVM-Gruppe in der Ausbildungswerkstatt bauen, geben ein optisches und akustisches Signal, sobald die CO2-Konzentration einen kritischen Wert übersteigt und gelüftet werden sollte.
Bild: Sascha Ditscher
 

Davina Spohn
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Donnerstag, 07.01.2021, 16:16 Uhr

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