• Windauktion mit mehreren Wermutstropfen
  • Wenig Wind und steigende Gaspreise schieben Strom aufwärts
  • Stiftung für internationalen Markthochlauf gegründet
  • Grüne bestätigen ihr Wahlprogramm
  • Wuppertal wieder in der Gewinnzone
  • Schlüssel Spark funktioniert ohne Batterie
  • EWE mit Kurs auf Klimaneutralität
  • VNG Gründungsmitglied bei H2Global
  • Stadtwerke Krefeld ziehen erfreuliche Bilanz
  • Energiesparen durch Gebäudesanierung
Enerige & Management > Stadtwerke - Niedertemperaturwärme für Berliner Flughafenquartier
Bild: Jonas Rosenberger / E&M
STADTWERKE:
Niedertemperaturwärme für Berliner Flughafenquartier
Die Berliner Stadtwerke und Eon werden das auf dem derzeitigen Flughafen Tegel geplante neue Stadtquartier über ein innovatives Niedertemperaturnetz mit Wärme und Kälte versorgen.
 
Auf dem Gelände des Berliner Flughafens Tegel soll nach Eröffnung des neuen Hauptstadt-Airports, die nach mehreren Verschiebungen nun für 2020 fest eingeplant ist, der Forschungs- und Industriepark Urban Tech Republic sowie das Schumacher Quartier mit 5 000 Wohnungen entstehen. Die Berliner Stadtwerke und Eon haben jetzt die Ausschreibung für die Wärme- und Kälteversorgung des Stadtentwicklungsprojekts gewonnen.

Jörg Simon, Chef der Stadtwerke-Muttergesellschaft Berliner Wasserbetriebe, zeigte sich bei der Vorstellung der Pläne zufrieden mit dem nach einem „sehr intensiven Wettbewerb“ erzielten Ausschreibungserfolg, der Tegel zu einem „Zukunftsort“ machen werde. „Der Zuschlag durch das Land Berlin beweist, dass klimafreundliche Lösungen sich auch wirtschaftlich durchsetzen können, wenn sie intelligent und innovativ entwickelt werden“, ergänzte Eon-Vorstand Karsten Wildberger.

Den Investitionsaufwand für ihr Gesamtprojekt bezifferten Simon und Wildberger auf 60 Mio. Euro, die beide Unternehmen über Eigenkapital, Kredite und Fördergelder aufbringen wollen.

Für die Versorgung der überwiegend neu entstehenden Gebäude und Einrichtungen auf dem Flughafenareal mit Wärme und Kälte wollen die Stadtwerke und Eon ein neuartiges Niedrigtemperaturnetz installieren, das bei Temperaturen zwischen 20 und 40 Grad Celsius betrieben werden soll. Als Vorteil eines solchen Systems gelten die vergleichbar niedrigen Wärmeverluste.

Bei den Verbrauchern sollen zudem Wärmepumpen installiert werden, die dafür sorgen, dass die Temperatur des aus dem Netz zur Verfügung stehenden Wassers vor Ort zum Heizen erhöht oder zum Kühlen reduziert werden kann. Das so genannte Low-Ex-Netz soll aber auch überschüssige Energie, beispielsweise Produktionsabwärme aus Industrie- und Gewerbebetrieben auf dem Gelände, aufnehmen. Die Einspeiser erhalten dafür eine Vergütung.

Vielfältiger Wärmemix für die Quartierversorgung

Für die Bereitstellung der Nahwärme sollen mit Erdgas und Biogas betriebene Blockheizkraftwerke, Solaranlagen, Geothermie und Abwasserwärme genutzt werden. Im Endausbau ist vorgesehen, mindestens 80 % der benötigten Energie erneuerbar zu produzieren. Die anfänglich noch stärkere zentrale Erzeugung soll nach und nach durch dezentrale Wärmeproduktion abgelöst werden. Die Stadtwerke und Eon wären dann nur noch Betreiber des als Plattform oder Marktplatz für Wärme und Kälte genutzten Netzes.

Eine sehr wichtige Rolle werden IT und Telekommunikation spielen. Alle Prozesse sollen über intelligente Zähler und eine Smart-Grid-Plattform verknüpft werden. Das Gesamtprojekt soll zum Vorbild für die Digitalisierung der Wärmeversorgung werden.

Die Berliner Stadtwerke und Eon versprechen „konkurrenzfähige Wärmepreise bei sehr guten Nachhaltigkeitswerten“. Sie sollen unter den Preisen für Fernwärme liegen. Die Kosten für einen Anschluss an das Low-Ex-Netz werden dagegen nach Informationen der Tegel Projekt GmbH etwas höher ausfallen als für einen Anschluss an ein Fernwärmesystem. Der Anschluss an das Nahwärmesystem wird für Bewohner und Nutzer des neuen Quartiers verpflichtend sein.

Übergeordnetes Ziel des Stadtentwicklungsprojekts in Tegel sei „weg von der zentralen Energieerzeugung hin zu bürgernahen, dezentralen, intelligenten Energiesystemen und einem modernen Quartiersmanagement“ zu kommen, sagte Philipp Bouteiller, Geschäftsführer der Tegel Projekt GmbH. Er rechnet, dass die Bauarbeiten für das neue Stadtquartier in Tegel im Sommer 2021 beginnen und der erste Bauabschnitt nach drei bis fünf Jahren fertiggestellt sein könnte. Bleibt nur zu hoffen, dass der neue Flughafen 2020 tatsächlich eröffnet wird.

 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Montag, 05.11.2018, 17:37 Uhr