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Enerige & Management > Photovoltaik - Berlin plant Solaranlagenpflicht für Neubauten ab 2023
Bild: Fotolia.com, anweber
PHOTOVOLTAIK:
Berlin plant Solaranlagenpflicht für Neubauten ab 2023
Neubauten für Wohnen und Gewerbe in Berlin sollen ab 1. Januar 2023 verpflichtend eine Solaranlage auf dem Dach haben. Ein entsprechendes Gesetz beschloss der rot-rot-grüne Senat.
 
Das Gesetz sieht neben PV-Anlagen auf Neubauten für Wohnen und Gewerbe auch Solaranlagen auf Bestandsbauten vor, wenn deren Dach grundlegend saniert wird. Nach Angaben von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) sind Ausnahmen vorgesehen. Das beträfe Gebäude mit weniger als 50 Quadratmeter Nutzfläche, Härtefälle oder Häuser, deren Dach ungeeignet für eine Solaranlage ist.

Bei den Gebäuden, die unter die Solarpflicht fallen, müssen die Anlagen zur Gewinnung von Strom oder Wärme aus Sonnenlicht ab 1. Januar 2023 mindestens 30 % des Daches umfassen. Eine Solarpflicht für Neubau-Dächer haben auch andere Bundesländer wie Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg oder Bremen geplant oder schon verabschiedet.

Keine Flächen mehr verschenken

Die Beschleunigung des Solarausbaus soll helfen, Berlin zu einer klimaneutralen Stadt umzugestalten, die ihre Energie ohne Treibhausgasausstoß erzeugt. „Wir können nicht länger hinnehmen, dass auf Neubauten keine Solaranlage mitgeplant und installiert wird. Das sind verschenkte Flächen, die wir dringend für die Energiewende benötigen“, begründete Pop.

„Durch die Einführung des Gesetzes lassen sich innerhalb von fünf Jahren rund 37.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen und darüber hinaus die regionale Wertschöpfung ankurbeln“, hofft die Senatorin. Das neue Gesetz sei Teil des bereits im März 2020 verabschiedeten „Masterplans Solarcity“. Dieser soll erreichen, dass bis spätestens 2050 ein Viertel des Berliner Strombedarfs aus Solaranlagen kommt. Dazu wurde bereits früher beschlossen, kommunale Gebäude wie Bürohäuser oder Schulen entsprechend aufzurüsten.

Nach ihrer Einschätzung liegt der Preis, den Eigentümer dafür bezahlen müssen, im „tolerierbaren Bereich“. So koste eine Solaranlage für ein Einfamilienhaus im Durchschnitt 7.800 Euro und mache damit nur rund 3 % der Gesamtkosten eines Neubaus aus. Bei einem Mehrfamilienhaus erhöhten sich die Kosten auf etwa 20.000 Euro, die Baukosten nur um 1 %.

Solarwirtschaft fordert Wegfall der EEG-Umlage für Eigenverbrauch

Nach einer aktuellen Meinungsumfrage im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) wollen alle Bundesländer und knapp 60 % der Bürger den Eigenverbrauch von Solaranlagen von der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz befreien. Stattdessen solle der Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung von den großen Klimagasverursachern bezahlt werden. Dies geht aus einer am 9. Dezember veröffentlichten Repräsentativbefragung des Meinungsforschungsinstituts „YouGov“ unter 2.068 Personen hervor.

„Die Sonnensteuer ist eine der größten Energiewende-Bremsen. Wir hoffen sehr, dass angesichts klarer Mehrheiten nun auch der Bundestag einlenken wird und die Marktbarriere noch vor Weihnachten streicht“, sagte BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Mit jeweils 60 % Zustimmung würde dies zumindest auch eine klare Mehrheit der Anhänger der aktuellen Regierungsparteien CDU/CSU und SPD begrüßen.

Die Belastung vor Ort verbrauchten Solarstroms mit der EEG-Umlage erschwert nach BSW-Einschätzung nicht nur den Photovoltaik- und Speicherausbau, sondern auch die klimafreundliche Elektrifizierung des Verkehrssektors. Für Mieterstrom müsse der Eigenverbrauch ebenfalls von der EEG-Umlage befreit werden, fordert der BSW weiter. Im kommenden Jahr beläuft sich die EEG-Umlage auf 6,5 Cent je kWh.

 
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