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Enerige & Management > Gasnetz - Kampf um Nord Stream 2 in neuer Runde
Bild: Dabarti CGI/Shutterstock
GASNETZ:
Kampf um Nord Stream 2 in neuer Runde
Ob sich die Hoffnungen auf eine Einigung zur Gasleitung Nord Stream 2 mit der neuen US-Administration erfüllen, ist offen. Neue Sanktionen sind in Kraft.
 
Der gewählte US-Präsident Joe Biden möchte russischen Agenturen zufolge, dass die US-Behörden alle Instrumente nutzen, um die Partner davon zu überzeugen, die Umsetzung des Gasleitungsprojektes in der Ostsee aufzugeben. Dies erklärte der Kandidat für das Amt des US-Außenministers Antony Blinken bei einer Anhörung im US-Senatsausschuss. Biden halte Nord Stream 2 für eine schlechte Idee.

Seit Jahresbeginn sind neue US-Sanktionen in Kraft. Auf der aktualisierten Liste des Finanzministeriums zum Sanktionsgesetz CAASTA vom 19. Januar stehen das Pipeline-Verlegeschiff Fortuna und der russische Schiffseigner RVT-RUS.

Die Fortuna soll die restlichen 148 Kilometer Rohrleitung von Nord Stream 2 in dänischen und deutschen Gewässern verlegen. Wie die russische Nachrichtenagentur Prime am 19. Januar berichtete, beabsichtige Gazprom, die Gasleitung auf jeden Fall fertigzustellen. Dazu äußerte sich ein Top-Manager des russischen Gaskonzerns auf einer Pressekonferenz. Wegen des Sanktionsdrucks sei es jedoch schwierig, den Fortgang der Projektumsetzung zu kommentieren.

In einer Stellungnahme des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft erklärte der Vorsitzende Oliver Hermes am 19. Januar, dass er eine gute Möglichkeit sieht, dass die Bundesregierung mit der neuen Biden-Administration eine Lösung finden wird, um die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 zeitnah fertigstellen und in Betrieb nehmen zu können.

Investor Uniper gibt sich hoffnungsvoll

Unterdessen teilt der Energiekonzern Uniper mit, dass er trotz allem weiter von der Fertigstellung des Projekts überzeugt ist. „Wir stehen zu Nord Stream 2 und sind nicht von Sanktionen betroffen“, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Uniper sei nach wie vor überzeugt, dass die Pipeline zu Ende gebaut wird. Das Unternehmen ist mit 950 Mio. Euro an der Finanzierung der Gasleitung beteiligt.

Uniper beobachte die Entwicklungen in den USA sehr genau und sei im Austausch mit allen notwendigen Stellen, erklärte der Sprecher weiter. „Besondere Hoffnung gibt uns, dass es eine deutlich gewachsene Bereitschaft in den USA gibt, die Argumente der Europäer zu hören.“ Deshalb habe Uniper die Hoffnung, dass das transatlantische Verhältnis unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden wieder eine echte Partnerschaft wird.
 

Josephine Bollinger-Kanne und dpa
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Mittwoch, 20.01.2021, 10:22 Uhr

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