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Enerige & Management > Vertrieb - Kassel bietet regionales Windstromprodukt an
Bild: Fotolia.com, Photo-K
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Kassel bietet regionales Windstromprodukt an
Die nordhessischen Stromkunden können sich seit Jahresbeginn auch für ein regionales Ökostromprodukt entscheiden - für einen Mehrpreis von drei Euro.
 
Als einer der ersten Kommunalversorger bieten die Städtischen Werke AG aus Kassel seit einigen Wochen ein komplett regionales Windstromprodukt zu einem Zusatzpreis von drei Euro auf alle bestehenden Tarif-Stromprodukte an. Das Angebot wird mit den zu Jahresbeginn eingeführten Regionalnachweisen zertifiziert. Den Regionalstrom beziehen die Nordhessen nach eigenen Angaben vollständig aus dem Windpark Stiftswald, der in Sichtweite zu Kassel mit neun Windenergieanlagen jährlich rund 74 Mio. kWh Grünstrom erzeugt. „Wenn das Regionalstromprodukt von den Kunden gut angenommen wird, können wir weitere erneuerbare Erzeugungsanlagen aus der Region mit in unser Regionalprodukt aufnehmen“, betonte Vertriebsvorstand Olaf Hornfeck bei der offiziellen Vorstellung des neuen Regiotarifs.

Die Städtischen Werke nutzen für ihr neues Angebot das zu Jahresbeginn endlich an den Start gegangene Regionalnachweisregister (RNR) für Ökostrom. Das RNR ist sozusagen die kleine Schwester des Anfang 2013 eingeführten Herkunftsnachweisregisters aus erneuerbaren Energien, das die Doppelvermarktung von Ökostrom verhindern soll. Beide Online-Datenbanken werden vom Umweltbundesamt (UBA) in Dessau betreut.

Mit Einführung der Regionalnachweise hatte das Bundeswirtschaftsministerium in der zurückliegenden Legislaturperiode auf zunehmende Forderungen einiger Ökostromanbieter reagiert, ihre Kunden via einem „Grünstrommarktmodell“ endlich direkt mit Strom aus einer nahe gelegenen Wind- oder Solarkraftanlage beliefern zu können. „Die neuen Regionalnachweise sollen vor allem zu einer verbesserten Akzeptanz der Energiewende und der erneuerbaren Energien vor Ort beitragen“, betont UBA-Fachfrau Elke Mohrbach, die derzeit in Dessau kommissarisch für beide Grünstrom-Register verantwortlich ist. Nach ihren Worten ist der Start seit Jahresbeginn aber „total verhalten“ angelaufen.

Was vielleicht mit der grundlegenden Konzeption der Regionalnachweise zusammenhängt. Mit einem Regiotarif erwirbt kein Verbraucher einen Anspruch auf grüne Elektronen von einer Windkraftanlage in Sichtweite. Denn für die Ausstellung der Regionalnachweise dürfen Ökokraftwerke aus einem Umkreis von immerhin 50 Kilometern genutzt werden. Mit diesen Nachweisen kann bei einem Regiotarif allerdings nur der bei der Stromkennzeichnung ausgewiesene EEG-Anteil, sprich etwa 50 % , „regionalisiert“ werden, ansonsten müssen die üblichen grünen Herkunftsnachweise gekauft werden. So richtig „regio“ ist also kein Regiotarif - eine schwer nachvollziehbare Regelung.

Deshalb erwartet Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW von den neuen Regiotarifen vorerst „vor allem einen Impuls für mehr Bürokratie und noch mehr Verwirrung im Ökostrom-Dickicht, aber keinen Ausbauimpuls für Ökoenergien.“ Die Regionaltarife werden nach Einschätzung von Robert Werner vom Hamburg Institut erst dann stärker angeboten und nachgefragt werden, wenn die ersten EEG-Anlagen aus der Vergütung fallen: „Erst ab 2021 sind mit ausgeförderten EEG-Anlagen echte Regionaltarife wahrscheinlich, bei denen die Stromkennzeichnung einen 100-prozentigen regionalen Strombezug ausweisen wird - wobei dann die Definition von Region individuell ausgelegt werden kann“, sagt der Grünstromexperte. Für die interessierten Stadtwerke komme es deshalb schon heute darauf an, „möglichst viele ältere Wind- und Solaranlagen an sich zu binden.“
 

 
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