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Enerige & Management > IT - "Es gibt Hacker, die kennen die Wertschöpfungskette sehr gut"
Bild: Sergey Nivens / Fotolia
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"Es gibt Hacker, die kennen die Wertschöpfungskette sehr gut"
Die Energiewirtschaft steht besonders im Fokus von Cyber-Kriminellen. Was das für Siemens Energy und die Energiewende bedeutet, erläutert Judith Wunschik im Gespräch mit E&M.
 
Aus Sicht von Judith Wunschik kann die Cybersicherheit durchaus mit dem Tempo, mit dem die Digitalisierung der Energiewende fortschreitet, mithalten. „Aus meiner Sicht läuft das parallel“, sagt die promovierte Physikerin, die als Chief Cyber Security Officer (CCSO) von Siemens Energy für die weltweite digitale Sicherheit des Unternehmens verantwortlich ist.

Mit zunehmender Komplexität und Dezentralisierung der IT- und Energiesysteme nehme auch die Zahl der potenziellen Angriffspunkte zu. „Gleichzeitig haben wir mittlerweile aber auch die Schutzmaßnahmen so weiterentwickelt, dass wir gegen Angriffe gut gewappnet sind“, so Wunschik. Aus ihrer Erfahrung tun sich jedoch viele Unternehmen der Branche immer noch schwer damit, überhaupt festzustellen, was sie schützen müssen.

​Gegen Angriffe gut gewappnet

Klar ist jedoch, dass mit zunehmender Vernetzung der Anlagen in der Energiewirtschaft der Bedarf an Absicherung steigt. „Die bieten wir unseren Kunden an. Da wir den Anspruch haben, als Volldienstleister die gesamte Wertschöpfungskette der ‚energized society‘ abzudecken, übernehmen wir selbstverständlich auch die Verantwortung, cyberresiliente Anlagen und Systeme zu liefern“, sagt Wunschik.

 
Judith Wunschik: „Wir übernehmen selbstverständlich auch die Verantwortung, cyberresiliente Anlagen und Systeme zu liefern“
Bild: Siemens Energy

Damit sollen die Kunden auf Hackerangriffe vorbereitet sein, die unterschiedliche Ziele haben. „Es gibt Hacker, die kennen und verstehen die Wertschöpfungskette sehr gut. Sie wissen genau, wo Schäden in welchem Ausmaß entstehen können und versuchen, Geld zu erpressen oder gleich Zahlungsströme umzuleiten. Letztlich ist es für sie ein Geschäft, bei dem es nur darum geht, möglichst viel Geld abzuschöpfen“, erklärt die Siemens-Managerin. Manche Angreifer sind dagegen darauf aus, öffentlichkeitswirksam Internetseiten lahmzulegen oder Botschaften zu lancieren. Schließlich gibt es auch noch sogenannte Nation State Actors, die aus einer politischen Motivation heraus versuchen, Systeme zu kompromittieren und Schäden zu verursachen.

Energiewende durch Cyber-Kriminalität nicht gefährdet

Die Energiewende sieht sie durch Cyber-Kriminalität grundsätzlich nicht gefährdet. Allerdings weist Wunschik darauf hin, dass ältere Anlagen andere Schnittstellen als neue haben. Deshalb sei die Herausforderung entsprechend größer, die sogenannten Legacy-Systeme abzusichern. Mit den verschiedenen Sparten von Siemens Energy haben Wunschik und ihre Mitarbeiter eine ganze Reihe von Innovationsprojekten zum Internet der Energie aufgesetzt, denn angesichts der steigenden Komplexität des Energiesystems sei es unerlässlich die Lösungen zur Cybersicherheit permanent weiterzuentwickeln.

Das gesamte Interview mit Judith Wunschik lesen Sie im aktuellen Jahresmagazin von E&M und demnächst auch in E&M Powernews.
 
 

Fritz Wilhelm
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Freitag, 27.11.2020, 15:36 Uhr

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