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Enerige & Management > Wasserstoff - Hamburg-Moorburg vernetzt Windstrom und Wärmesektor
Bild: Wasserstoff_Bild Shutterstock, Tomasz Makowski
WASSERSTOFF:
Hamburg-Moorburg vernetzt Windstrom und Wärmesektor
Am Standort des letzten stillgelegten Hamburger Kohlekraftwerks soll ein Zukunftskraftwerk entstehen, das aus Windstrom Wasserstoff für die Wärmeversorgung und den Verkehr herstellt.
 
„Changing the Game of Energy“ − Unter diesem Motto beabsichtigen die HH2e AG, die Uniper SE und die Siemens Energy AG am Standort Hamburg-Moorburg die Erzeugung und Bereitstellung von grünem Wasserstoff sowie grüner Prozess- und Fernwärme zu entwickeln. Damit wollen die Projektpartner erneuerbare Energien in die Sektoren bringen, die bislang besonders viel CO2 emittieren. Darüber hinaus beabsichtigen sie, eine Wasserstoff-Handelsplattform aufzubauen.

In den letzten 20 Jahren ist es gelungen, den Anteil der erneuerbaren
Energien im Stromerzeugungsmix auf rund 50 % auszubauen. Die Wärme- und die Mobilitätswende stehen aber nach wie vor am Anfang. Daher sei es nun Zeit, Strom-, Wärme- und Mobilitätswende zu einer integrierten, echten Energiewende zusammenzuführen, meinen die Partner am Hamburg Moorburg Projekt. Sie gründeten dafür die HH2e AG für ein System aus erneuerbarem Strom, Wasserstoff und Energiespeichern.

Gemeinsam mit Uniper und Siemens Energy sollen von einem „ikonografischen Zukunftskraftwerk“ die Industrie und die Menschen in Hamburg rund um die Uhr mit grüner Energie versorgt werden. Alexander Voigt, CEO der HH2e AG, sagte: „Unsere Vision und unser Ziel ist es, dass künftig bundes- und europaweit Hamburg als motivierendes Beispiel betrachtet wird, wenn es darum geht, die echte integrierte Energiewende versorgungssicher, für alle bezahlbar und vor allem über neue, innovative Partnerschaften zum Erfolg zu führen.“

Wärme und Wasserstoff für die Hansestadt

Ein Hochtemperaturspeicher, ein Elektrolyseur und eine innovative Gasturbine sind die drei Hauptkomponenten des Zukunftskraftwerks. Damit sei es möglich, große Windstrommengen als Hochtemperaturwärme zu speichern und bedarfsgerecht bereitzustellen. Erneuerbare Energien würden auf diese Weise in großen industriellen Maßstäben in den Wärmesektor integriert. Ein Teil der gespeicherten Energie werde als Prozessdampf an die Hamburger Industrie geliefert. Ein weiterer Teil könne durch eine innovative Elektrolysetechnologie in Sauerstoff und Wasserstoff umgewandelt werden.

Der klimaneutral erzeugte „grüne“ Wasserstoff könne in großen Mengen bedarfsgerecht direkt an die Industrie und weitere Abnehmer, zum Beispiel für Fahrzeuge, geliefert werden. Perspektivisch werde es dadurch möglich, den Wasserstoffbedarf der Hamburger energieintensiven Industrie komplett emissionsfrei zu machen. Zum anderen werde grüner Wasserstoff mithilfe einer hocheffizienten Gasturbine in klimafreundlichen Strom und grüne Fernwärme umgewandelt und ermögliche damit eine klimaneutrale öffentliche Energieversorgung für die Gewerbebetriebe, Haushalte und öffentliche Einrichtungen in Hamburg.
 
Schematische Grafik des geplanten Wasserstoffkraftwerks Moorburg
Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken
Grafik: HH2e

Andreas Schierenbeck, CEO von Uniper, erläuterte: „Im Segment der europäischen Erzeugung wollen wir bis 2035 auf netto Null-Emissionen kommen.“ Dafür investiere Uniper in Projekte, die den Übergang in eine CO2-neutrale Welt beschleunigen. „Dieses Projektvorhaben passt sehr gut in unser grünes Portfolio und zu unserer Unternehmensstrategie“, sagte Schierenbeck.

Für Siemens Energy erklärte Vorstandsmitglied Jochen Eickholt: „Wir sind stolz und freuen uns, als Technologiepartner einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des Projekts und damit zur Transformation der Energiemärkte zu leisten.“

Wasserstoff-Marktplattform geplant

Eine Wasserstoff-Handelsplattform in Hamburg soll zudem Standards für den künftigen H2-Handel setzen und zum internationalen Marktplatz für den physikalischen und bilanziellen Handel mit Wasserstoff, aber auch weiteren, aus grünem Wasserstoff gewonnenen Power-to-X-Energieträgern wie Ammoniak, Methanol oder synthetischen Kraft- und Brennstoffen werden. Die Plattform soll einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer regional, national und global vernetzten Wasserstoffwirtschaft werden, deren wichtiges Kraftzentrum Hamburg sein soll.

Gemeinsam mit weiteren Projektpartnern hat die HH2e AG kürzlich eine detaillierte Projektskizze bei der Interessensbekundung zu den sogenannten EU-Projekten von gemeinsamem europäischem Interesse (IPCEI) eingereicht. Der Hamburger Senat unterstützt ausdrücklich die Bemühungen der Unternehmen, Hamburg zu einem Wasserstoffstandort zu machen. Die Initiatoren des Projekts wollen zeitnah in einen intensiven Dialog mit den Bürgern und zahlreichen Stakeholdern aus Hamburg eintreten.

Die Website des Projekts HH2e   stellt weitere Informationen bereit.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Mittwoch, 24.02.2021, 11:14 Uhr

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