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Enerige & Management > Wasserstoff - Thyssenkrupp erhält Förderung für "Element One" in Saudi-Arabien
Bild: Bild: EASAC
WASSERSTOFF:
Thyssenkrupp erhält Förderung für "Element One" in Saudi-Arabien
Mit Thyssenkrupp erhielt das zweite deutsche Wasserstoffprojekt im Ausland eine Förderung vom Bundeswirtschaftsministerium. Es handelt sich um einen Elektrolyseur in Saudi-Arabien.
 
Mit einer Förderung in Höhe von 1,5 Mio. Euro unterstützt das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) Thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers bei der Entwicklung eines Prototyps für ein Alkali-Elektrolysemodul. Das Projekt Element One mit 20 MW Leistung wird in der saudi-arabischen Modell-Region Neom im Rahmen eines Hydrogen Innovation & Development Centers gebaut, in dem Technologien und Nutzungspfade von grünem Wasserstoff erprobt und demonstriert werden sollen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte bei der Übergabe des Förderbescheids: „Das Projekt leistet einen Beitrag zum Aufbau verlässlicher Importkapazitäten und zur strategischen Positionierung deutscher Unternehmen in diesem Zukunftsmarkt.“ Das Konjunkturpaket vom 3. Juni 2020 zwei Mrd. Euro für den Aufbau und die Intensivierung der internationalen Kooperation und Partnerschaften im Bereich Wasserstoff zur Verfügung gestellt. „Mit der Förderzusage an Thyssenkrupp unterstützen wir nicht nur den internationalen Klimaschutz, sondern tragen auch zur Stärkung des Industrie- und Exportstandorts Deutschlands bei“, begründete Altmaier die Förderung.

Gute Investitionsbedingungen nötig

Die Vorstandsvorsitzende der Thyssenkrupp AG, Martina Merz, sagte: „Wir sind zugleich Produzent und Abnehmer von grünem Wasserstoff, weil wir ihn für die Produktion von Stahl ohne fossile Energie benötigen.“ Sie erinnerte daran, dass kostengünstig genug erneuerbarer Strom zur Verfügung stehen muss, um diesen Wasserstoff herstellen zu können. „Nur wenn die Politik geeignete Rahmenbedingungen schafft, haben Unternehmen Investitionssicherheit“, sagte Merz. Thyssenkrupp plant auch in Ostfriesland eine Wasserstoff-Elektrolyseanlage, die aus Windstrom Wasserstoff für die chemische Industrie erzeugen soll.
 

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) übergibt Förderung für "Element One" an CEO von Thyssenkrupp, Martina Merz Bild: BMWi


Neom als Zukunftsregion


Bis 2025 soll in Neom in einer zweiten Projektphase die industrielle Produktionsanlage „Helios“ für grünen Wasserstoff und Ammoniak mit einer Kapazität von bis zu 650 Tonnen Wasserstoff und 3000 Tonnen Ammoniak pro Tag auf Basis ausschließlich erneuerbarer Solar- und Windenergie entstehen. Die Anlage wäre eine der größten grünen Wasserstoffanlagen weltweit. Das Ammoniak soll mithilfe von Stickstoffabscheidung aus der Luft produziert und verschifft werden, um in Zielländern durch Aufspaltung wiederum Wasserstoff bereitzustellen. Ammoniak hat den Vorteil, dass es leichter gespeichert und transportiert werden kann als gasförmiger Wasserstoff.

Neom soll eine grüne, intelligente Mega-Region im Nordwesten Saudi-Arabiens am Roten Meer werden. Die Modellregion soll ihr Wasser klimaneutral aus dem Meer, Strom durch erneuerbare Energien und Wirtschaftskraft durch Künstliche Intelligenz, innovative Urbanisierungskonzepte und Tourismus gewinnen.

Die Wasserstoffproduktionsanlage „Helios“ hat ein Investitionsvolumen von ca. 5 Mrd. Euro. An dem Projekt „Helios“ sind als Hauptpartner Neom, der US-amerikanische Industriegase-Konzern Air Products & Chemicals und das saudische Unternehmen ACWA Power zu gleichen Teilen beteiligt.

Vor zwei Wochen war der erste Förderbescheid für ein Wasserstoffprojekt der deutschen Industrie (Hoechst und Siemens) mit Chile übergeben worden. Im Juni 2020 hat die Bundesregierung die Nationale Wasserstoffstrategie veröffentlicht. Wasserstoff aus erneuerbarem Strom gilt als zentrales Element für die Verwirklichung der Energiewende, insbesondere in einigen Industrie- und Verkehrssektoren, deren CO2-Emissionen schwer zu reduzieren sind.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Mittwoch, 16.12.2020, 16:43 Uhr

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