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Enerige & Management > Regenerative - Energiewendeprojekt "Enera" verknüpft Netz, Markt und Daten
Bild: PopTika / Shutterstock
REGENERATIVE:
Energiewendeprojekt "Enera" verknüpft Netz, Markt und Daten
Das Schaufensterprojekt „Enera“ wurde nach vier Jahren erfolgreich abgeschlossen. Mit Fördermitteln des Bundes wurde die bessere Integration volatilen Windstroms ins Netz erprobt.
 
Der Energieversorger EWE hat in Oldenburg seine Ergebnisse aus dem Projekt Enera vorgelegt. Es war eines von fünf deutschen „Schaufenstern intelligente Energie - Digitale Agenda für die Energiewende“ (Sinteg), gefördert vom Bundeswirtschaftsministerium mit 170 Mio. Euro. Entstanden seien wichtige Bausteine für eine digitale, transparente und intelligent vernetzte Energieversorgung auf regenerativer Basis, sagte Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE.

Unter praxisnahen Bedingungen arbeitete ein Konsortium aus 32 Partnern mit weiteren regionalen Akteuren in der nordwestdeutschen Modellregion zusammen.
Sie verknüpften Ansätze aus den Bereichen Netz, Markt und Daten zu einem systemischen Lösungsansatz. „Dieser große Schritt der Energiewende besteht aus dem Zusammenspiel von intelligenten Netzen, der umfassenden Flexibilisierung von Energieanlagen in der Modellregion und der Etablierung einer digitalen Wertschöpfungskette der Energieversorgung“, resümierte Dohler.

Übertragbares Know-How

Netzbetreiber könnten heute dank Enera auf ein größeres smartes Instrumentarium zugreifen, um mehr erneuerbare Energie zu integrieren. „Die in unserem Projekt demonstrierte umfassende Digitalisierung legte den Grundstein für neue, datenbasierte Geschäftsmodelle“, sagte Dohler. Netzengpässe durch zu viel erneuerbaren Strom ließen sich über den von Enera entwickelten börsenbasierten Markt auflösen. EWE selbst habe neue Berufsbilder ins Unternehmen integriert und den Wandel hin zu einem digitalisierten Unternehmen auf dem Weg in die Klimaneutralität vorangebracht.

In der Region würden 130 % mehr Strom erzeugt, als vor Ort benötigt werden, vor allem aus Windkraft. Diese Mengen müssten bislang oft abgeregelt werden, wenn das Netz sie nicht abnehmen kann. Darum entwickelten die Partner von Industrie bis Forschung Lösungen, um mehr Strom zu transportieren, aber auch vor Ort zu verbrauchen. „EWE will selbst bis 2035 klimaneutral werden, dafür sind Investitionen von sieben Milliarden Euro in allen Unternehmensbereichen geplant", sagte Dohler.

Politik muss Flexibilität einen Markt geben

Mit den Erfahrungen aus Enera wolle man die Diskussion mit der Politik führen, welche Rahmen es braucht, um dieses Wissen überall zu nutzen und so Klimaneutralität intelligent und kostenschonend zu erreichen. Infrastruktur und Markt müssten auf die volatile Erzeugung ausgerichtet werden. Für dieses Zusammenspiel müsse Flexibilität einen Preis und feste Spielregeln bekommen. Mehr Intelligenz im Netz erfordere aber Investitionen jenseits der Kupferverlegung und eine Verzinsung des Eigenkapitals. „Die Politik darf die Energiewende nicht ausbremsen“, appellierte Dohler.

Urban Keussen, Vorstand Technik der EWE, ergänzte: „Die Digitalisierung der Energiewende erfordert Geschwindigkeit, Veränderungsbereitschaft und Kundenzentrierung“. Die Herausforderung dabei bleibe es, die stetig wachsende Energiemenge aus regenerativen Quellen effizient in das System zu integrieren und dabei die Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit zu gewährleisten. „EWE ist aktuell mit 95 Prozent regenerativen Energien im Netz und mit der extrem hohen Versorgungssicherheit europäischer Spitzenreiter“, sagte Keussen. 
Mehr Daten ermöglichen mehr Effizienz

In Enera gelang es, Flexibilitäten ins Netz einzubinden. So wurden Batterien bei Kunden etabliert. Die Papier- und Kartonfabrik Varel entwickelte Möglichkeiten zur flexiblen Stromnutzung bei einem Windüberangebot und ein Hybridspeicher zur Netzstabilisierung ist im Einsatz. EWE habe nun ein eigenes Team, das Daten und Intelligenz ins Netz bringt und auch Apps programmiert, zum Beispiel für die Planung von Glasfasernetzen, sagte Keussen.

Enera habe aufgezeigt, wie mehr erneuerbare Energie genutzt werden kann, erläuterte Projektleiter Ulf Brommelmeier. Für eine stufenlose Regelung von Windturbinen wurden zehn Windparks in drei Umspannwerksbereichen der Modellregion mit moderner Steuer- und Messtechnik ausgestattet. Die Netzleitstelle konnte die Anlagen mit einer Gesamtleistung von 85 MW genau nach Bedarf abregeln. Regelbare Ortsnetztransformatoren steuern in einem kompletten Umspannwerksbereich die Spannung im Netz selbständig, so dass sich etwa Photovoltaikanlagen oder Wärmepumpen besser integrieren lassen.

Mit mehr als 700 elektronischen Zählern und darauf aufsetzenden smarten Auslese- und Kommunikationsmodulen wurden zudem die Vorteile der Verbrauchsmessung in Echtzeit erprobt. Die Feldtestteilnehmer konnten ihren Stromverbrauch über eine App in Echtzeit verfolgen und so Stromfresser im eigenen Haus identifizieren. Auch dreizehn Kommunen der Modellregion beteiligten sich und testeten im Projekt ein Verbrauchsmonitoring für kommunale Liegenschaften.

Die Ergebnisse des Enera-Projektes   stehen im Internet bereit.

 
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